Kaufbeuren
Gebührenkarussell dreht sich schnell

Satte 18 Prozent mehr Gebühr müssen die Hauseigentümer in Kaufbeuren künftig für ihr Abwasser bezahlen. Die Abgabe für Schmutzwasser ist am 1. Januar von 1,53 auf 1,80 Euro pro Kubikmeter gestiegen. «Das Jahr fängt ja gut an», so Dieter Mondt, den der Gebührenbescheid verärgerte. «Da bleibt zur Diskussion gestellt, in welcher Größenordnung nun die Lohn- und Rentenanpassung erfolgen wird.»

Die Erhöhung der Abwassergebühr ist Teil mehrerer Anpassungen, die zum neuen Jahr gültig geworden sind. Als Grund nennt Stadtkämmerer Markus Pferner geänderte Bemessungsgrundlagen, die neue Kalkulationen notwendig gemacht hätten. Zudem seien in den Berechnungen Über- oder Unterdeckungen aus vorangegangenen Zeiträumen zu berücksichtigen. «Wir haben einen geringeren Wasserverbrauch bei gleichbleibenden Kosten zu verzeichnen», so Pferner. Das heißt, die Stadt nahm für den Verkauf von Wasser weniger Geld ein, hat aber die gleichen hohen Aufwendungen. Die Abwassergebühren orientieren sich an der Frischwasserabgabe. Da Gebühren kostendeckend sein müssen, wurden sie angepasst - in diesem Fall nach oben.

Pferner betont jedoch, dass die Erhöhung nur eine Seite der Medaille ist. «Insgesamt wird die Belastung für einen Vierpersonenhaushalt heuer deutlich geringer», so der Kämmerer. Denn die Abgaben für Schmutz- und Niederschlagswasser steigen zwar, die Gebühren für Abfall und Straßenreinigung sinken jedoch. Im Ergebnis wird ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt in Kaufbeuren damit künftig um rund zehn Prozent entlastet, so die Berechnungen der Stadt.

Doch warum überhaupt Neuberechnungen? Beispiel Straßenreinigung, deren Kosten bei wöchentlicher Reinigung (Klasse II) nun von 1,53 auf 0,88 Euro je sogenannter Frontmeterlänge sinken: Nachkalkulationen für die Jahre 2007 und 2008 ergaben laut Pferner deutliche Abweichungen gegenüber den Prognosen, die der aktuellen Gebührenberechnung zugrunde lagen.

Nun zeichnet sich bis Ende dieses Jahres tatsächlich ein Gebührenüberschuss in Höhe von 110000 Euro ab, was die Stadtkämmerei veranlasst hat, die Straßenreinigungsgebühren erneut zu kalkulieren. Noch komplizierter wird es bei den Abfallentsorgungsgebühren. Dort fließen viele weitere Posten in die Kalkulation mit ein, etwa die Abschreibung des Anlagevermögens, die Verzinsung des Anlagekapitals oder der Aufwand für die Schließung und die Rekultivierung der alten Deponie an der B16.

Pferner weist auf eine weitere Möglichkeit hin, die den Schmerz über die hohen Schmutzwasserkosten deutlich mildern soll.

Denn alle Bürger, die dem Wasserwerk nach August 2000 Geld für Haushaltsanschlüsse und sogenannte Wasserherstellungsbeiträge überwiesen haben, können rückwirkend einen Teil der Umsatzsteuer zurückfordern. Der Steuersatz wurde von 16 und 19 Prozent jetzt auf sieben Prozent gesenkt. Die Finanzverwaltung muss die neue Regelung auf Antrag der Bürger nun umsetzen. Informationen dazu geben die Stadt und das Wasserwerk.

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