Oberallgäu
Gastwirten wäre es lieber, es bleibt wie es ist

Heute, Donnerstag, startet die Eintragungsfrist für das Volksbegehren zum Nichtraucherschutz. Ziel einer Initiative von Parteien und Vertretern des Gesundheitssystems ist es, ein noch strikteres Rauchverbot in Lokalen durchzusetzen. Das Allgäuer Anzeigeblatt sprach mit Wirten, wie sie das Rauchverbot sehen, nachdem wir bereits über eine erste Zusammenkunft zwischen Befürwortern des verschärften Rauchverbots und Medizinern berichtet hatten.

Rückblick: Der Landtag hatte im Juli mit der Mehrheit von CSU und FDP das Rauchverbot in Bayerns Gaststätten gelockert und sich dabei über warnende Stimmen von Medizinern sowie Gesundheitsverbänden hinweggesetzt. Ein generelles Rauchverbot sei nicht nur für die Gäste, sondern vor allem auch für den Gesundheitsschutz der Bedienungen nötig, argumentieren die Befürworter. Das Volksbegehren wird von ÖDP, SPD, Grünen, Bund Naturschutz, Bayerischer Leichtathletik-Verband (BLV) sowie mehreren Nichtraucher- und Gesundheitsinitiativen unterstützt.

Reinhard Scheuerl, Hotel Traube, Oberstdorf: «So wie es jetzt ist, ist es ideal. Bei uns gilt im Restaurant generelles Rauchverbot. Im Pils-Stüble hingegen darf geraucht werden. Gäste, die nach dem Essen Lust auf eine Zigarette haben, können rübergehen.

In unserem Biergarten darf auch geraucht werden. Mit diesem Konzept sind alle einverstanden. Von einem strikteren Rauchverbot halte ich nichts.»

Annette Halkias, Tapas Bar Oberstaufen: «Ich finde die momentane Gesetzeslage richtig und gut. Im Restaurant wird nicht geraucht, und draußen haben wir Tische mit Aschenbecher. Damit sind unsere Gäste zufrieden. Ich sehe nicht ein, warum das Gesetz verschärft werden soll. Vielen kleinen Kneipen kostet das Rauchverbot die Existenz. Als erwachsener Mensch kann ich doch wohl selbst entscheiden, ob ich in ein Lokal gehe, in dem geraucht wird.»

Günther Nobis, Hotel-Restaurant Weinklause, Oberstdorf: «Mir reicht das geltende Rauchverbot vollkommen aus. Bei uns in Restaurant und Hotel wird grundsätzlich nicht geraucht. Darauf lege ich großen Wert. Wir haben einen Disco-Raum im Untergeschoss für private Veranstaltungen. Das ist dann eine geschlossene Gesellschaft. Wenn da unbedingt jemand rauchen will, kann er das auch tun. Die Raucherclubs müssen nicht abgeschafft werden. Jeder kann selbst entscheiden, ob er reingeht oder nicht.»

Ernst Bauer, Hartbreak-Café, Sonthofen: «Ich habe in Sonthofen ein Hotel mit Restaurant und eine Bar. Geraucht werden darf ausschließlich in der Bar oder halt draußen. Das ist für mich die Ideallösung. Ich verstehe nicht, warum das jetzt wieder gekippt werden soll. Ein Gastwirt soll selbst entscheiden können, ob er ein Raucherlokal haben will oder nicht.

Und der Gast muss frei entscheiden können, wohin er geht. Machen wir es doch so wie früher die Bundesbahn. Da gab es Raucher- und Nichtraucherabteile.»

Georg Kleber, Dorfgasthof Kreuzwirt Fischen und Almenhof Rubi: «Für mich war das Rauchverbot in Restaurants wie ein persönliches Geschenk, auch wenn ich ein paar Gäste an die Raucherclubs verloren habe. Dennoch halte ich nichts davon, diese Clubs abzuschaffen. Das soll jeder Gastronom selbst entscheiden. In der Diskussion geht es immer nur um die Gastronomie. Viel wichtiger wäre es doch, in den Familien anzusetzen. Eltern sind nämlich Vorbilder.»

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