Ganztagsschule längst Alltag

Obergünzburg (kat). Warum die finnischen Kinder in der PISA Studie eine gute Figur machen, war Thema eines Vortrags der finnischen Sonderschulpädagogin Katrina Räisänen-Sondermann in der Hauptschule in Obergünzburg. Sie unterrichtet an der deutschen Schule in Helsinki, sprach vor Schulleitern und Vertretern des Schulamtes und vermittelte einen Einblick in das finnische, seit 1976 bestehende, Gesamtschulsystem. Ein wichtiger Aspekt ist laut Räisänen-Sondermann der einheitliche, vom finnischen Unterrichtsministerium vorgegebene Lehrplan. Neben diesem gibt es für jeden Bezirk einen Zusatzlehrplan, der jeder Schule ein eigenes Schulprogramm ermöglicht. Die durchschnittliche Schulgröße liegt hierbei in Finnland bei etwa 120 Schülern. Die praxisorientierte Ausrichtung des Unterrichts bezeichnete Räisänen-Sondermann als einen Grund für die guten Noten der finnischen Schüler. Hierbei nehmen neben den Hauptfächern auch künstlerische und handwerkliche Fächer einen hohen Stellenwert ein. Die hohe Gewichtung des Lesens in Finnland trage ebenfalls zu einem großen Teil zum Erfolg der finnischen Schüler bei PISA bei.

Der Unterricht findet in Ganztagesform statt, wobei nach 45 Minuten Unterricht jeweils eine Viertelstunde Pause folgt. Auch das Mittagessen nehmen die finnischen Kinder gemeinsam in der Schule ein. Die Tatsache, dass die Schulen die meiste Verantwortung für das Lernen tragen, da finnische Eltern zu 80 bis 85 Prozent berufstätig sind, wirke sich außerdem positiv auf die Leistungen der Schüler aus, so Räisänen-Sondermann. Kindergärtnerinnen haben in Finnland häufig eine Hochschulausbildung, da die Vorschule aufgrund der Tatsache, dass die Kinder erst im Alter von sieben Jahren eingeschult werden, von großer Bedeutung ist. Des Weiteren besteht für alle finnischen Lehrer eine jährliche Fortbildungspflicht, wobei sich viele auch in ihrer Freizeit oder den Ferien weiterbilden. Das finnische Schulsystem ist in eine neunjährige Grundschule gegliedert, der entweder die Berufschule oder das Gymnasium folgen. Dieses ist in klassenlose Jahrgänge aufgeteilt und kann, je nach der individuellen Leistung des Schülers, in zwei bis vier Jahren absolviert werden. Jeder Schüler beendet die obligatorische Schullaufbahn mit der mittleren Reife. Ausnahmen stellen nur die Sonderschüler dar. Diesen steht jeweils ein individueller Lehrplan zur Verfügung. Weitere Bestandteile einer jeden Regelschule sind Sonderpädagogen, Gesundheitsfürsorger, Schulärztin, Schulpsychologen und schulische Sozialarbeiter, die sich um die familiären Probleme der Schüler kümmern.

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