Fürs Wasser weiter investieren

Marktoberdorf (af). - Wenn Herbert Sauer nicht Stadtbaumeister von Marktoberdorf wäre, dann wäre er bestimmt als Promotor für das Trinkwasser der Stadt unterwegs. Von dem schwärmt er in höchsten Tönen. Kein Wunder: Die Untersuchung eines Überlinger Labors bescheinigt dem wertvollen Lebensmittel sehr gute Qualitäten. In allen Bereichen, so das Zahlenwerk, wurden die Grenzwerte weit unterschritten. Damit dies so bleibt, will die Stadt weiter investieren. Nun soll der Behälter in Ronried überholt und vergrößert werden, sofern der Stadtrat Sauers Antrag zustimmt. 230000 Euro sind laut Sauer für das Projekt Ronried nötig. 50 bis 60 Jahre sei dort der Behälter alt und damit der betagteste in der ganzen Stadt. Wenn sanieren, dann gründlich, sagt sich der Stadtbaumeister. Er will die Anlage zugleich von derzeit 300 auf 1000 Kubikmeter Fassungsvermögen erweitert wissen. 'Wir werden dort wohl in den nächsten Jahren ein Neubaugebiet schaffen. Außerdem will die Brauerei ihre Produktion erhöhen, was wir begrüßen.' Für beide Bereiche seien entsprechende Vorleistungen wichtig. 'Danach sind alle Brunnen und deren Technik auf dem neuesten Stand', erklärt Sauer. Jüngstes Projekt war die Sanierung eines Brunnes im Kirchtal bei Lengenwang. Weil es dort gerade bei Hochwasser immer wieder zu Verunreinigungen kam, wurde ein Brunnenkopf hochgezogen und samt Technik erneuert. Dies habe 125000 Euro gekostet. Doch alle Probleme ließen sich damit nicht lösen, denn beim Kirchtal handele es sich um Flachbrunnen. Die Reinigungskraft der Natur könne dort nicht in dem Maße wie bei Tiefbrunnen wirken. Deshalb werde das Wasser stets mengenbezogen mit Chlor versetzt. Bis es dann im Hochbehälter auf der Buchel ankomme, sei das Chlor nicht mehr messbar. Vorbeugend werde bei zu großem Hochwasser Kirchtal ganz vom Netz genommen und die Stadt von Bertoldshofen aus mitversorgt.

Schwerverkehr belastet Rohre Dass die Stadt auf reichlich Wasser sitzt, weiß Sauer. So sei eines der beiden Rohre von Kirchtal nach Marktoberdorf brüchig. Es trete Wasser aus. Der Verlust betrage rund zehn Prozent. Weil in Richtung Buchel trotzdem mehr fließe, als der Behälter fassen könne, sei der Wert unerheblich. Eine Reparatur zum jetzigen Zeitpunkt lehnte er ab. Der Nutzen stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten. Während die Stadt mit ihren Brunnen nach Abschluss von Ronried für die nächsten Jahre Ruhe habe, sei das Kanalnetz 'nichts Statisches'. Besonders der innerörtliche Schwerlastverkehr stelle ein Problem dar. Die Erschütterungen zögen die Leitungen in Mitleidenschaft. 'Vor allem ältere Straßen sind dafür doch gar nicht ausgelegt.' Auf eins könnten die Transportunternehmen, wenn es nach Sauer ginge, bestimmt verzichten: Auf die Lieferung von Mineralwasser, nachdem auch das Wasser, das aus der Quelle Eschenau eingespeist wird, 'kein Problem' mehr darstelle. Vor einem Jahr wurde in der Nähe eine UV-Anlage eingebaut, die bei Bedarf coliforme Keime abtöten soll. Sowohl diese Quelle als auch die in Kirchtal, der Sammler in Oberthingau und der Brunnen in Bertoldshofen liegen im Härtebereich drei. Die physikalisch-chemische Untersuchung beschäftigte sich aber auch mit der Zusammensetzung des Trinkwassers. So schwankt der Natrium-Wert zwischen 3,7 (Bertoldshofen) und 6,6 (Eschenau) Milligramm je Liter, der Grenzwert beträgt 200. Bei dem als schädlich geltenden Nitrat weist Bertoldshofen mit 11,5 Milligramm den höchsten, Kirchtal mit 3,6 den niedrigsten Wert auf. Erlaubt sind maximal 50. Der Chlorid-Gehalt pendelt zwischen 4,5 Milligramm pro Liter in Bertoldshofen und 7,9 in Oberthingau. Der Grenzwert liegt bei 250 Milligramm. Bei Sulfat betragen die Werte zwischen 5,7 (Eschenau) und 10 (Bertoldshofen) Milligramm. Bis zu 240 Milligramm sind zulässig. 'Von solchen Werten träumen die Menschen in den Großstädten', wirbt Sauer wieder für 'sein' Wasser aus Marktoberdorf.

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