Wildpoldsried
Fürs Wasser tief in die Tasche greifen

Für eine zukunftsfähige Wasserversorgung rechnet Wildpoldsrieds Bürgermeister Arno Zengerle mit geschätzten Kosten von deutlich über einer Million Euro. In seiner jüngsten Sitzung erläuterte Diplom-Ingenieur Claudius King (Schwäbisches Ingenieurbüro) ein Konzept für einen Hochbehälter auf der Halde sowie eine Anlagen- und Netzbemessung.

Die bestehende Wasserversorgung sei an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, die Wohngebiete lägen fast auf gleicher Höhe wie der Hochbehälter vor Meggenried, erklärte der Rathauschef. Dadurch benötigten viele Haushalte eine Druckerhöhungsanlage. «Wir brauchen eine Reserve, damit zukünftig auch Gewerbebetriebe mit höherem Wasserbedarf ansiedeln können», favorisiert der Bürgermeister einen 850-Kubikmeter-Hochbehälter.

Der Gemeinderat beschloss 2009, Nägel mit Köpfen zu machen und die Wasserversorgung auf den Stand der Technik auszubauen (wir berichteten). Dazu wurden nach längerer Suche drei Brunnen in den Schluchtenwiesen mit ausreichender Schüttung gebohrt. Geplant ist, das Wasser in einen Hochbehälter in westlicher Richtung auf der Halde zu pumpen.

King stellte in seiner Studie zunächst den Istzustand des Versorgungsnetzes vor. 14 Kilometer Leitungen habe er auf Schwachstellen abgeklopft und festgestellt, dass davon 4,5 Kilometer einen Durchmesser von nur 80 Millimetern haben statt 100 wie heute gefordert. Durch die geplante und auch erforderliche Druckerhöhung um zwei bis drei Bar bestehe die theoretische Möglichkeit, dass bei älteren Leitungen Lecks auftaten, befürchtet King.

Der Vorteil sei, so der Ingenieur weiter, dass die vorhandenen Druckerhöhungsanlagen im gesamten Bereich des Netzes entfallen könnten, da der Hochbehälter in einer Höhenlage von knapp 800 Metern geplant ist.

Erste Gespräche mit den Grundbesitzern ergaben grundsätzliche Zustimmung zum Vorhaben, erklärte dazu Zengerle. Die geschätzten Kosten bezifferte King auf rund eine Million Euro, wobei er betonte, dass erst ein Baugrundgutachten eine genaue Berechnung zulasse. Dazu erklärte Zengerle, dass die Endsumme mit Brunnenbohrung und deren Fassung, Planung und Grunderwerb zwischen einer und eineinhalb Millionen Euro liegen werde. Dies bedeute, dass der Bürger zukünftig mehr für sein hochwertiges Trinkwasser bezahlen muss. Ob dazu der Preis von derzeit 80 Cent pro Kubikmeter oder der Grundpreis erhöht werden, das müsse der Gemeinderat zu gegebener Zeit entscheiden, so Zengerle. Der Gesetzgeber verlange eine kostendeckende Berechnung des Wasserpreises, betonte er.

«An der Boind» soll die Straße zum Wohngebiet «Schiebelsberg West» heißen, beschloss mehrheitlich der Gemeinderat.

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