Marktoberdorf
Für jede Laterne ein eigenes Datenblatt

Über das System ließe sich jede einzelne Laterne im Marktoberdorfer Stadtgebiet erfassen und verzeichnen, an welchen Stromkasten sie hängt, mit welchem Leuchtmittel sie ausgestattet ist und wie viel Strom sie verbraucht. Auch Bäume könnten entsprechend ihrer Art, ihres Kronendurchmessers und ihres Gesundheitszustandes katalogisiert werden. Grundstücke, Kanäle, Grünflächen und vieles mehr sind bereits im GIS, dem Geografischen Informationssystem, erfasst.

Stadtgebiet abgeflogen

Was 1994 in kleinem Umfang begonnen hat, umfasst inzwischen Datensätze in einem Umfang, der die Mitglieder des Bauausschusses erstaunte. Richard Siegert vom Bauamt ging mit ihnen auf eine virtuelle Reise und begründete ihnen auf diese Weise, warum das System so wichtig ist. Es diene nicht nur der Verwaltung, sondern vielmehr auch den Ingenieurbüros. Sie könnten bei Bauvorhaben auf ein umfangreiches Zahlenmaterial zurückgreifen und brauchen nicht selbst noch einmal alles zu erstellen. Das spare der Stadt erhebliche Kosten. Zumal diese Büros nach den Maßnahmen die aktuellen Daten selbst einpflegen.

Auch für den Bürger werde das System eines Tages von Vorteil sein. Dies sei beispielsweise dann der Fall, wenn es um digitale Bauanträge geht, die auch der Landkreis weiter vorantreiben will.

Inzwischen habe das Bauamt unter anderem 18000 Flurstücke erfasst, 210 digitale Flurkarten erarbeitet, 116 Kilometer Kanal aufgenommen, ebenso 7000 Kanalschächte, 172 Kilometer Wasserleitungen und die Straßen. Der Flächennutzungsplan sei integriert und 50 von 80 Bebauungsplänen, umschrieb Richard Siegert das Zahlenwerk.

Vor zwei Jahren wurde das Gebiet von Marktoberdorf mit 95,25 Quadratkilometern Fläche überflogen. Die Gemeinden Lengenwang und Wald schlossen sich dem Projekt gleich an. Diese Aufnahmen bildeten eine wichtige Grundlage für die Erfassung oder Ergänzung der Daten. Daraus sei, so Siegert, das Friedhofskataster entwickelt worden, ebenso das Baum- und Grünflächenkataster sowie die Dachlandschaft untersucht worden.

Die Palette reichte bis zur Antwort auf die Frage, wo Grünflächen für das städtische Ökokonto ausgewiesen werden können.

In diesem Jahr sollen ein Bodenrichtwertkataster entwickelt werden, ferner ein Straßenzustandskataster, ein Hydrantenplan für die Feuerwehr und schließlich über das GIS auch das Gebäude- und Instandhaltungsmanagement vorangebracht werden.

In Zukunft für Jedermann

Für die Zukunft sei ein «Open GIS» für Jedermann geplant. Dies diene etwa der Vermarktung von Gewerbe- und Wohnflächen und ermögliche Bürgern, sich besser an Bebauungsplanverfahren zu beteiligen.

Die Beteiligung der Bürger habe es schon früher gegeben, erinnerte sich Jutta Jandl. Als vor etlichen Jahren ein Baumkataster erstellt werden sollte, zogen Bürger mit Zetteln von Garten zu Garten. Heute passiere das eben vom Flugzeug aus, schmunzelte sie.

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