Allgäu
Für große Ziele täglich hart arbeiten

In den Vereinen im südlichen Oberallgäu wird nicht nur großer Wert auf Breitensport gelegt. Ziel ist es auch, Nachwuchssportler zu fördern und an die Spitze zu bringen. Wir stellen die größten Talente der Region vor.

Rettenberg Die Langläufer sind heiß auf die neue Saison. So auch Michi Schnetzer vom SC Rettenberg, der sich nach seinem erfolgreichen Abitur in diesem Frühjahr noch intensiver auf den Leistungssport konzentrieren kann. Der 19-Jährige ist eines der größten Allgäuer Langlauf-Talente und die große Hoffnung des SC Rettenberg. «Der Saisonhöhepunkt ist die Junioren-Weltmeisterschaft in Hinterzarten im Januar und das große Ziel der Aufstieg in den B-Kader des DSV», macht Michi seine Motivation deutlich. Ein Ziel, das laut seinem Trainer Stefan Dotzler realistisch ist.

Seit er sein Abitur in der Tasche hat, bereitet sich Michi intensiv auf die Wintersaison vor. Zwei Mal täglich trainiert er bei Stefan Dotzler. Er hat nur einen Ruhetag in der Woche. «Ein guter Langläufer wird im Sommer gemacht.», erklärt der 19-Jährige. «Nach drei bis vier Wochen Pause nach der Saison nehmen wir das Training im Mai wieder auf. Das große Trainingspensum zeichnet sich dann im Winter in den Ergebnissen ab.» Im Frühjahr und Herbst finden außerdem zentrale Leistungskontrollen des DSV statt, bei denen der derzeitige Leistungsstand genau überprüft wird. «Zusätzlich war ich mit dem C-Kader in den letzten zwei Wochen zur Schneevorbereitung in Norwegen», erzählt der Abiturient. Intensives Training, das sich in den Continental-Cup-Rennen und bei der Junioren-WM auszahlen soll. Michis Steckenpferd ist der Sprint, obwohl er sich in diesem Sommer auch über längere Strecken sehr gut entwickelte.

«Man sollte sich im Langlauf nicht zu früh spezialisieren, das engt schnell ein. In der Trainingsgruppe haben wir auch die Grundlagen für die Distanz geschaffen. Man sieht es an den Sprintstrecken in der allgemeinen Klasse, wie zum Beispiel bei der Tour de Ski. Richtig kurze Sprints werden seltener, da muss man als Sprintspezialist aufpassen», sagt Trainer Stefan Dotzler. «Die erhöhten Trainingsumfänge zeichnen sich in den längeren Rennen aus, aber die Technik im Sprint liegt mir gut. Auf den kurzen Strecken kann man die technischen Feinheiten sehr gut ausspielen», bestätigt das Langlauf-Talent aus Untermaiselstein.

Der Erhalt des Kader-Status ist das große Ziel in dieser Saison. «Die Kader-Entscheidung wird zwar in Anbetracht der Leistungen in der Gesamtsaison getroffen, aber mit einem dritten Platz im Sprint bei der Junioren-WM wäre der B-Kader sicher. Eine extrem hohe Messlatte, die die Sportler unter großen Druck setzt», erklärt Stefan Dotzler. Ein Sturz, ein schlechter Ski, ein taktischer Fehler - im Sprint passiere so etwas schnell. «Es kommt sehr auf die Tagesform an. Die Möglichkeiten, eine Medaille zu holen sind da natürlich schon eingeschränkt», bremst Stefan Dotzler zu hohe Erwartungen. Die Junioren-WM bleibt dennoch der Saisonhöhepunkt. Für den Spitzensport ist Michi viel unterwegs. «Die meisten Rennen des Continental-Cups finden in Mitteleuropa statt. In der Saison bin ich jedes Wochenende weg», berichtet das Langlauf-Talent.

Antrieb fehlt ihm dennoch nicht. «Ich habe meine Ziele immer vor Augen. Hoffentlich ist auch einmal ein Weltcup-Einsatz dabei. Das motiviert für die Trainingseinheiten», weiß Michi. «Und natürlich macht es Spaß, sonst würde ich es nicht machen.»

Freiheiten bei der Bundeswehr

Unterstützung bekommt er auch von der Bundeswehr. Seit kurzem ist er in der Sportfördergruppe und genießt dort die vielen Freiheiten. Die wenigen Verpflichtungen lassen ihm genug Zeit für das tägliche Training. Unterstützung findet er aber auch im privaten Bereich. «Das Elternhaus ist sehr wichtig. Wenn meine Eltern mich nicht unterstützt hätten, wäre ich sich nicht so weit gekommen.», lässt Michi wissen. «Die nächsten Jahre werden zeigen, wie weit es beim Michi geht», sagt Stefan Dotzler.

«In dieser Saison besteht das Feld nicht mehr aus Gleichaltrigen. Die ersten zwei Jahre gilt es, Fuß zu fassen.» Eine anstrengende Zeit steht an, in der sich das Talent des SC Rettenberg den Weg zu einer Langlauf-Karriere ebnen möchte. Sein Können hat der 19-Jährigee in der vergangenen Saison mit seinem Sieg im Conticup-Sprint in Reit im Winkl bereits bewiesen.

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