Blaichach
Für den Vereinsheimbau eine Schippe draufgelegt

Der Gemeinderat Blaichach legt noch eine Schippe drauf, damit der Trachten- und der Musikverein möglichst bald zu einem gemeinsamen Vereinsheim kommen. In der Ratssitzung am Donnerstagabend wurde gegen die beiden Stimmen der Grünen beschlossen, auf die ursprünglich zugesagte kommunale Beihilfe von einer Viertelmillion Euro noch 100000 Euro draufzusatteln, teilweise als zinsloses Darlehen.

Bürgermeister Otto Steiger machte sich trotz gebeutelter Gemeindefinanzen stark für einen verbesserten kommunalen Einsatz, zumal sich jetzt die beiden Vereine auf ein gemeinsames Konzept geeinigt und einen Finanzplan für das mit annähernd 700000 Euro bezifferte Projekt vorgelegt hatten. Schon tags zuvor hatte der Themenbereich Vereinsheim, Veranstaltungshalle und alte Mehrzweckhalle beim Leserstammtisch des Allgäuer Anzeigeblatts eine Rolle gespielt.

Der Rathaus-Chef bemühte einen Begriff aus der Fußballwelt, um den Geschehens-Ablauf zu beschreiben, nachdem die Gemeinde ihre ehrgeizigen Pläne mit einem Dorfzentrum und Bürgersaal unter dem Arbeitstitel «Reichsadler» begraben musste (wir berichteten). Man habe den kulturellen Vereinen «den Ball zugespielt», als die Alternative mit dem Vereinsheim aufkam und Trachtler wie Musiker gebeten, selbst Vorschläge für eine Heimstatt zu machen.

Die sind jetzt da, wobei beide Vereine unter ein Dach schlüpfen wollen, und zwar neben dem nördlichen Ortseingang mit dem Kreisel. Damit spielten die Vereine den Ball an den Gemeinderat zurück, der das runde Leder jetzt nicht einfach ins Aus ballern konnte.

Bei Größe von 764 Quadratmetern muss mehr Geld her

Bürgermeister Steiger zeigte detailliert auf, wie beide Clubs das Projekt stemmen wollen, wobei sie beträchtliche Eigenmittel, Eigenleistungen und Sponsorengelder verbuchen müssen. Für die jetzt ermittelte Vereinsheim-Größe von 764 Quadratmetern mit Theaterbühne und Proberäumen reichen aber die bisher signalisierten Zuschüsse der Gemeinde trotz des kostenlos überlassenen kommunalen Grund und Bodens nicht aus.

Dies gilt auch deshalb, weil ein Anbau gleich miterstellt werden muss, der eine Verbindung zu einer dort später mal eventuell vorgesehenen großen Veranstaltungshalle schafft.

Bürgermeister-Vize: Im Frühjahr sollte es losgehen

Ebenso wie der Rathaus-Chef (Parteifreie Wähler) befürworteten es auch die beiden Bürgermeister-Stellvertreter Ottmar Käser (CSU) und Anke Martin (SPD), den beiden Vereinen weiter entgegenzukommen, auch mit zinslosen Darlehen aus dem Gemeindesäckel (28000 Euro für den Trachtenverein, 50000 Euro für den Musikverein). «Im Frühjahr sollte es losgehen», drängte Ottmar Käser auf den Baubeginn.

Anke Martin hielt es genauso wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Matzek nicht länger für vertretbar, die Vereine in ihren jetzigen provisorischen Unterkünften verharren zu lassen.

Allerdings mischten sich auch ablehnende Stimmen und zumindest kritische Untertöne in den Chor. Thomas Gehring für die Grünen machte klar, dass man wegen der erhöhten finanziellen Kommunalbeteiligung dem Vorhaben nicht beipflichten könne. Da müsse die Gemeinde ja selbst neue Schulden machen, sagte Gehring.

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