Erkheim
«Fünfprozentiger Kulturanteil»

«Das war Kabarett von hoher Qualität», schwärmte ein Besucher nach der dreistündigen Vorstellung von «Broadway Joe». . An zwei ausverkauften Abenden, organisiert vom Förderverein Freibad Markt Erkheim, bot der Mundart-Kabarettist aus Mittelberg/Oy über 600 Besuchern beste Unterhaltung.

Broadway Joe, der diesen Namen als Skilehrer in den USA verpasst bekam und eigentlich Josef Haberstock heißt, war mit den Erkheimer Begebenheiten bestens vertraut. Da Veranstaltungen mit Partycharakter in der Halle nicht erlaubt seien, verbot er für fünf Minuten das Lachen und begann mit seinem «fünfprozentigem Kulturteil», dem Erlkönig von Goethe, in dem sich dann viele Erkheimer Familien namentlich wiederfanden. An die «roatkopfige Daxberger» stellte der Allgäuer die Frage, wo denn eigentlich der Berg sei, und trug dann - ebenso wie bei den Schlegelsbergern - seine Theorie über die Entstehung der beiden Ortsnamen vor. Auch über die etwas seltsam klingenden Erkheimer Vereinsnamen wie «Haufa», «Hatehü» oder «Sleepers» machte sich Broadway Joe seine Gedanken.

Spontan ging er außerdem immer wieder auf Zwischenrufe des Publikums ein oder suchte sich mit dem Strahl seiner Taschenlampe Besucher aus, um sie aufs Korn zu nehmen. Besonders angetan war er von «Ballou», einem Mitglied der Sleepers, der immer wieder sein Fett abbekam.

Überzeugend stellte der Kabarettist auch seine instrumentalen und gesanglichen Fähigkeiten unter Beweis. Erfolgreich animierte er dabei die Zuschauer zum kräftigen Mitsingen und Mitklatschen bei seinen hin und wieder etwas derben Texten wie dem «Durchfalllied». Im Lied «Kui Sau will ming Opa seah» wundert er sich darüber, dass jeder seinen kleinen Sohn sehen will, aber niemand seinen Opa, der ja auch keine Zähne und Haare hat. Einigen Besuchern, die beim «Schokodil» nicht ganz im Takt mitklatschten, empfahl Broadway Joe, ihren Körper zu «kalibrieren».

Erfolgreicher Ausflug «aufs Land»

Fazit des Abends: Die voll besetzte Halle, der große Applaus und die Rufe nach mehreren Zugaben waren bester Beweis dafür, dass es sich lohnt, auch einmal einen Kabarettisten «aufs Land» zu holen.

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