Buchloe
«Fühle mich absolut wohl in Buchloe»

Erstmals seit Mitte der 80er Jahre trägt in dieser Spielzeit wieder ein Spieler aus Übersee das Trikot des ESV Buchloe. Und mit dem 23-jährigen Thomas Fortney haben sich die Piraten dabei ein richtiges Juwel gesichert. Mit einer traumhaften Ausbeute von 26 Treffern in 23 Spielen belegt der US-Amerikaner derzeit Platz zwei in der Torschützenliste der Bayernliga.

Sie leben nun seit rund fünf Monaten in Buchloe. Haben Sie sich gut eingelebt?

Fortney: Ja, und ich fühle mich absolut wohl hier. Ich komme aus einem Vorort von St. Louis (Missouri), da ist mir die Eingewöhnung an das Kleinstadtleben nicht allzu schwer gefallen. Einige Probleme bereitet mir allerdings die Sprache. Ich versuche zwar, Deutsch zu lernen, aber mehr wie das Essen zu bestellen oder ähnliche Kleinigkeiten sind derzeit noch nicht drin.

Mit welchen Erwartungen kommt man als junger Amerikaner nach Deutschland?

Fortney: Natürlich hat man Bilder im Kopf von Leuten in Lederhosen oder dem Oktoberfest. All diese Klischees. Aber ich habe die Menschen hier tatsächlich auch als sehr traditionsbewusst kennengelernt. Manche meiner Vorstellungen haben sich daher also auch bewahrheitet.

Grundsätzlich wollte ich einfach eine gute Zeit haben und Europa besuchen.Durch das Angebot des ESV hat sich mir dafür die perfekte Möglichkeit geboten. Ich möchte die Zeit hier nutzen und versuche, viel zu unternehmen und mitzunehmen. Ich war schon ein paar Mal in München - auch auf dem Oktoberfest (lacht) - oder habe Sehenswürdigkeiten besichtigt.

Darüber hinaus: Was macht jemand, der kaum Deutsch spricht den ganzen Tag in Buchloe?

Fortney: Derzeit bereite ich mich gerade auf die Aufnahmeprüfung für mein Medizinstudium in den USA vor, die im April stattfindet. Das heißt, ich lerne viel. An einem Tag in der Woche besuche ich meist unseren Mannschaftsarzt Dr. Fritz Hessel in seiner Praxis in Buchloe und darf ihm bei der Arbeit etwas über die Schulter sehen.

Ansonsten gehe ich viel ins Fitnessstudio oder mit den Nachwuchsmannschaften des ESV im Training aufs Eis. Zudem empfange ich via Internet ja auch US-Fernsehen. Langweilig wird mir also nicht.

Zum Beginn der Saison hat es etwas gedauert, bis Sie in Fahrt gekommen sind, derzeit sind Sie einer der besten Angreifer der Liga. Da kann man eigentlich nur rundum glücklich sein, oder?

Fortney: Definitiv. Sportlich gesehen bin ich derzeit absolut glücklich. Sowohl bei der ganzen Mannschaft als auch bei mir lief es anfangs etwas zäh. Mit der Rückkehr von Trainer Norbert Zabel hat sich das jedoch geändert. Er kennt das Team und hat einen perfekten Draht zu den Spielern. Seitdem er hier ist, hat sich vieles verbessert. Zum anderen profitiere ich sehr von der Verpflichtung von Peter Westerkamp.

Ein gutes Stichwort. In den sechs Spielen seitdem Westerkamp in Buchloe spielt, haben Sie sage und schreibe elf Tore erzielt. Es scheint, als hätten Sie Ihren perfekten Sturmpartner gefunden

Fortney: Peter ist für unsere Reihe definitiv eine Bereicherung. Er bringt sich super ein und ist ein perfekter Vorbereiter. Ich bin sehr glücklich, dass er da ist - auch aus persönlichen Gründen. Da er Deutsch-Kanadier ist, fühle ich mich ihm sehr verbunden. Er hat die gleichen Erfahrungen gemacht, als er nach Deutschland gekommen ist, wie ich derzeit, und hilft mir in vielen Lebenslagen.

Permanent weiterentwickelt

Derzeit stehen die Piraten auf dem achten Tabellenplatz, das Restprogramm ist aber sehr hart. Reicht es am Ende für die Play-offs?

Fortney: Ich denke, wenn wir die momentane Verfassung beibehalten, vielleicht sogar noch etwas zulegen, ist das durchaus möglich. Aber ich bin optimistisch: Seit Saisonbeginn hat sich das Team permanent weiterentwickelt.

Unabhängig von dem Erreichen der Play-offs ist die Bayernliga-Saison spätestens in zwei Monaten jedoch beendet. Wie geht es bei Ihnen dann weiter? Andere Vereine sind doch bestimmt schon aufmerksam geworden

Fortney: Da ich den Test für mein amerikanisches Studium in München machen muss, bleibe ich mindestens bis April in Deutschland. Wie es dann weitergeht, hängt vom Ergebnis der Prüfung ab. Grundsätzlich würde ich gerne noch ein Jahr in Deutschland bleiben - auch beim ESV Buchloe. Andere Vereine haben sich noch nicht gemeldet.

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