Kempten
Früher kam er zu Pferde, heute sitzt er in der Kutsche

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Seit 60 Jahren ist der Stadtnikolaus fester Bestandteil im Kemptener Jahreskalender. Was einst Kunstmaler Franz Weiß mit seinen Malergesellen ins Leben rief, wird heute vom Stadtjugendring und der Tourismus Information Kempten fortgeführt. Eine Besonderheit gab es 1956: Weil der Stadtnikolaus verhindert war, organisierte der Vespa-Club einen Nikolaus-Corso durch die Stadt.

Der Vorstand des Vespa-Clubs, Max Wachter, hatte ein Dutzend Clubmitglieder für den Corso gewonnen. Den ersten Sack erhielt das evangelische Jugendheim, dann ging es zur Stadtpolizei ins Rathaus und anschließend zum katholischen Waisenhaus. Über die Ursprünge des Stadtnikolauses referierte Dr. Werner Scharrer kürzlich: «Aus dem Bestreben heraus, den Kindern der Stadt eine vorweihnachtliche Freude in der wahrlich nicht goldenen Nachkriegszeit bereiten zu wollen, initiierte Kunstmaler Franz Weiß diesen Umzug.» Für die Kinder im Nachkriegs-Kempten muss es an diesem 7. Dezember 1949 ein geradezu himmlischer Anblick gewesen sein, als sie in der Ferne drei große goldene Sterne glitzern sahen. Dann kam er näher, der Nikolaus mit seinem langen weißen Bart. Er saß auf seinem frommen Gaul und war in seinen großen goldenen Mantel gehüllt.

Umgeben war er von reitenden Engeln in langen weißen Gewändern. Drei hatten die Stangen mit Sternen, vier bliesen aus goldenen Trompeten und jedes Pferd wurde von einem zünftigen Knecht mit Stalllaterne geführt.

Der erste Umzug war ein Erfolg und OB Dr. Georg Volkhardt bedankte sich: «Ich würde mich freuen, wenn dieser Umzug eine ständige Einrichtung bliebe.» Franz Weiß und Walter Eß waren über Jahrzehnte federführend beim Stadtnikolauses.

Seit 1998 steckt Helmut Finkel im Gewand des Bischof Nikolaus. Vom Feuerwehrhof aus zieht der Tross alljährlich zu den Stationen Basilika St. Lorenz, Forum Allgäu und Rathaus und verteilt 2400 Päckchen an Kinder. An der Endstation bedankte sich am Samstag Bürgermeisterin Sibylle Knott beim Stadtnikolaus.

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