Freundschaft mit dem Alter schließen

Füssen (lle). 'Gesund leben - Vitalität ist kein Zufall' so lautete der Titel des Vortrags von Dr. Christoph Nowak. Der Allgemeinmediziner und Psychotherapeut setzte sich im Sportstudio Füssen im Rahmen der Themenreihe 'Anti Aging? Freundschaft mit dem Alter schließen' mit der Frage auseinander, wie sich jeder individuell mit dem Prozess des Alterns auseinander setzen sollte. Das Alter müsse laut Nowak letztendlich als biologischer Vorgang akzeptiert und nicht nur als Reduzierung, Verlust und Verfall erlebt werden. 'Das Ziel ist die Erhaltung der Lebensfreude und eine innere Zufriedenheit, die sich nicht an Äußerlichkeiten festmacht', so Nowak.

Kein leichtes Thema 'Das Bild der fitten Alten, das uns die Medien allgegenwärtig vorgaukeln, macht die Auseinandersetzung mit diesem Thema nicht gerade leicht', so der Mediziner. Typische Versprechen einer unseriösen Anti-Aging-Medizin lauten zum Beispiel '60 Jahre alt sein, wie 45 aussehen und sich wie 30 fühlen. So werde die ewige Jugend propagiert und behauptet, das ginge ganz einfach über die Einnahme von Pillen und Hormonen. Den biologischen Alterungsprozess könne man aber nicht wirklich aufhalten, so der Fachmann. Ziel einer seriösen wissenschaftlich orientierten Anti-Aging-Medizin sei als echte Vorsorgemedizin die frühzeitige Änderung des Lebensstils, gesunde Ernährung und Bewegung als Basis für Gesundheit im Alter.

Der Blick zurück Die berüchtigte 'Midlife-Crisis werde meist ausgelöst durch einen Blick zurück, der den Prozess des Alterns nur als Verlust wahrnehme und die Angst verursache, etwas versäumt zu haben. Typisch sei in diesen Situationen der Versuch, mit einem neuen, meist jüngeren Partner, dann etwas nachzuholen. Selten schaut man auf die Ernte und die Früchte der Lebensjahre. Aber gerade diese positive Bilanz würde zu innerer Zufriedenheit führen, so Nowak. Einen breiten Raum nahm in dem Vortrag das Thema Alterssexualität ein. 'Alter schützt vor Liebe nicht, aber Liebe ein bisschen vor dem Alterungsprozess', sagte der Mediziner. Bis ins hohe Alter könne die Erotik eine wichtige Grundlage für eine gute Beziehung sein, auch wenn eine Funktionseinschränkung häufig mit dem ganz normalen biologischen Alterungsprozess mit einhergehe. Zum einen seien viele Varianten der Erotik erfüllend und auch die Inanspruchnahme von Hilfsmitteln - wie bei anderen Alterseinschränkungen - legitim und hilfreich.

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