Freundin darf nicht einziehen

Neugablonz (fro). - Schon lange wohnt ein AZ-Leser in einer Wohnung des Gablonzer Siedlungswerkes. Nun ist seine Freundin mit ihrem Kind zu ihm gezogen. Doch das Siedlungswerk hat einem Untermietverhältnis nicht zugestimmt und ihm stattdessen mit Kündigung gedroht. 'Das sehe ich nicht ein', sagt der Leser. 'Wir müssen bei der Belegungsstruktur auch auf den sozialen Frieden in unseren Häusern achten', entgegnet der Geschäftführer des Gablonzer Siedlungswerkes, Rainer Böttcher. Seit 1987 wohnt der AZ-Leser in einer Wohnung, die ihm vom Siedlungswerk vermietet wird, in Neugablonz. Kürzlich ist seine Freundin mit ihrem elf Monate alten Kind zu ihm gezogen, was er dem Siedlungswerk gemeldet hat. Dafür würde er auch die acht Euro Untermietszuschlag zahlen. Das Siedlungswerk jedoch hat dem Untermietverhältnis nicht zugestimmt. Begründung: Die Freundin habe selbst noch Mietschulden beim Siedlungswerk.

Eheähnlich Das seien aber Schulden, die sie von ihrem Ex-Mann habe übernehmen müssen, so der Leser. Auf ein Angebot, die Schulden in kleinen Raten abzuzahlen, sei das Siedlungswerk nicht eingegangen. Nach mehreren Gesprächen habe man mit einer fristlosen Kündigung gedroht, wenn die Freundin nicht ausziehe, berichtet der Leser. Dabei lebten sie in einer eheähnlichen Gemeinschaft. 'Ich liebe meine Freundin'. 'Da sind wir in einem Spannungsverhältnis: Wir wollen natürlich ein sozialer Vermieter sein, aber wir müssen auch effizient wirtschaften', erklärt Böttcher. Bei dem Siedlungswerk gingen nämlich Wohnungskündigungen ein, weil der soziale Hausfrieden nicht mehr stimme. Langjährige Mieter zögen aus, mit denen man keinerlei Probleme hätte, so Böttcher. 'Deshalb müssen wir die Belegungsstruktur steuern', um soziale Brennpunkte zu vermeiden. So versuche man einerseits den sozialen Frieden in den Häusern zu wahren und andererseits auch auf den Eindruck nach außen zu achten.

'Ein Vertrauensbruch' In dem konkreten Fall habe die Freundin des Lesers Mietschulden beim Siedlungswerk. Prinzipiell sei man zwar bereit, auch über Mietstundungen zu reden, was auch in einigen Fällen bereits praktiziert werde. Aber bei der Freundin des Lesers habe schon eine frühere Vereinbarung über Stundungen nicht geklappt. 'Das ist ein Vertrauensbruch.' Auch mit dem Leser selbst habe es schon Probleme gegeben, er habe für sozialen Unfrieden gesorgt. Der erklärt dazu, er habe damals eine Untermieterin gehabt und ihr seine Wohnung zeitweise überlassen. In dieser Zeit sei es wohl zu den Problemen mit dem Siedlungswerk gekommen.

Abgelehnt Trotz eines persönlichen Gespräches sah das Siedlungswerk keine 'Verbesserungen' und lehnte ein neues Untermietsverhältnis ab. Die Freundin sei inzwischen ausgezogen: 'Sie hat den Druck nicht mehr ausgehalten', so der AZ-Leser.

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