Haldenwang
«Freiwilligenbörse» will Hilfe von außen anbieten

Nach dem Motto «Ehrenamt schafft Freunde» soll in Haldenwang im Januar eine Freiwilligenbörse gegründet werden. Bei zunehmend komplizierten Lebensbedingungen seien vor allem Familien auf Unterstützung von außen angewiesen, betonte Initiatorin und Familienbeauftragte Claudia Fischer im Gemeinderat. Viele Paare mit Kindern oder Alleinerziehende hätten keine Großeltern in der Nähe, die ihnen zur Seite stünden. Innerhalb eines Teams aus Ehrenamtlichen könnten sich etwa Leihomas und -opas engagieren.

Seit einem Jahr ist die Leiterin des Börwanger Kindergartens sowie der Kinderkrippe als Familienbeauftragte der Gemeinde im Einsatz. Dabei sei sie bei Familien in Krisensituationen auf die Themen Trennung, Sucht, Krankheit, Überschuldung und Schulprobleme gestoßen, schilderte die pädagogische Fachkraft. Es sei nicht immer einfach, das Vertrauen solcher «Brennpunkt»-Familien zu gewinnen. Nicht zuletzt sei es für berufstätige Eltern ein Problem, ihre Kinder während der Schulferien betreut zu wissen.

«Probleme in Familien treten nicht nur in Ballungsräumen und Städten auf, sondern mit zunehmender Tendenz auch auf dem Land», machte Bürgermeister Anton Klotz deutlich. Die präventive Unterstützung durch die neuen Familienbeauftragten sei eine sinnvolle und notwendige Arbeit vor Ort.

Indes würden diese engagierten Helfer vom Jugendamt nicht ernst genommen, kritisierte der stellvertretende Landrat: «Es wird sich in unserem Jugendamt in den nächsten Jahren etwas ändern müssen». So würden Kinder oft zu schnell aus den Familien herausgenommen und stationär untergebracht anstatt ambulante Hilfen anzubieten.

Helferkreis ins Leben rufen

In Zusammenarbeit mit Monika Graf von der Freiwilligenagentur Oberallgäu will Claudia Fischer nun einen Helferkreis aus der Taufe heben. Zunächst soll ein Arbeitskreis gegründet werden. «Es geht darum, bürgerliches Engagement wieder in den Köpfen zu verankern», betonte Graf. Das könne ein freiwilliges soziales Schuljahr ebenso sein wie Unterstützung bei Behördengängen, die Übernahme kleiner Dienste oder eben das Leihoma-Projekt.

Bei den Gemeinderäten stießen die Pläne auf breite Zustimmung. «Ehrenamtliches Engagement ist eine wertvolle, unersetzliche Arbeit», meinte etwa Michael Hauke, «so eine Initiative kann man nur begrüßen.»

Das erste Treffen des Arbeitskreises ist für Dienstag, 26. Januar, anberaumt. Interessierte können sich im Kindergarten Börwang (Telefon 08304 - 5470) bei Claudia Fischer melden.

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