Finanzamt nimmt mehr Steuern ein

Kaufbeuren/Füssen(mab). - 860 Millionen Euro hat das Finanzamt Kaufbeuren mit seiner Außenstelle Füssen im Jahr 2003 an Steuern eingenommen. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber 2002 um rund 93 Millionen Euro oder 11,75 Prozent. Die Steigerungen lagen laut Bernd Schächtele, Leiter der Kaufbeurer Finanzbehörde, hauptsächlich an der Erbschaftssteuer (rund 60 Millionen Euro) und an der Körperschaftssteuer (33 Millionen Euro). Lohn- und Umsatzsteueraufkommen hingegen blieben konstant. Eine nur leichte Steigerung beim Lohnsteueraufkommen von knapp 198 Millionen Euro im Jahr 2002 auf 199700000 Euro (ein plus von 0,88 Prozent) wurde bei der Lohnsteuer verzeichnet. Die Lohnsteuer trifft bekanntlich den größten Teil der Bürger. Auch das Aufkommen der Umsatzsteuer, das ein gewisses Indiz für wirtschaftliche Aktivitäten darstellen kann, stieg nur leicht an (siehe Grafik).

'Zurzeit wird viel vererbt' Eine andere Entwicklung ist bei der Erbschaftssteuer zu beobachten. Diese erhebt das Kaufbeurer Finanzamt, das ansonsten steuerlich nur für den Bereich Kaufbeuren und Ostallgäu zuständig ist, seit 1993 aus organisatorischen Gründen zudem für den großen Bereich München, Wolfratshausen, Landsberg, Starnberg, Weilheim, Kempten, Lindau und Garmisch-Partenkirchen. Hier wurde im Jahr 2003 21,4 Prozent mehr eingenommen. 'Das hat zum einen mit der Erbengeneration zu tun, das heißt, zurzeit wird viel vererbt. Zum anderen haben wir alte Bestände aufgearbeitet.' Die Erbschaftssteuer beträfe aber dank hoher Freibeträge nicht so viele Bürger. 'Unter Eheleuten liegt ein Freibetrag von zirka 300000 Euro, beim Vererben an die Kinder von rund 205000 Euro vor.' Wenn Immobilien vererbt werden, werde zudem ein Bedarfswert angewandt, der niedriger sei, als der eigentliche Verkehrswert des Objektes. Wenn allerdings in einer nicht ehelichen Beziehung etwas vererbt wird, liegt der Freibetrag nur bei 5200 Euro, weist Schächtele hin.

Gründe sind unklar Auch beim Aufkommen der Körperschaftssteuer wurde ein Anstieg verzeichnet. Dabei handelt es sich um die Steuer auf juristische Personen wie Gmb Hs, Aktiengesellschaften, Genossenschaften, Vereine oder wirtschaftliche Geschäftsbereiche der öffentlichen Hand. Warum hier ein Anstieg erfolgte, ist laut Schächtele unklar. 'Es liegt sicherlich nicht daran, dass in diesem Bereich auf einmal exorbitant hohe Gewinne gemacht wurden.' Vielmehr vermutet er veränderte Werte durch eine komplexe Veränderung im Körperschaftssteuerrecht. Auch den Rückgang der veranlagten Einkommenssteuer sei zu verzeichnen. Damit werden unter anderem Freiberufler (wie Ärzte oder Rechtsanwälte), Landwirte oder Gewerbetreibende fiskalisch bedrängt. 'Der Rückgang war im Bereich der Außenstelle Füssen mit einem Minus von 41,26 Prozent immens. Der Bereich des Stammfinanzamtes Kaufbeuren selbst hatte aber einen Zuwachs des Aufkommens von 9,15 Prozent. Warum es sich in Füssen so schlecht entwickelte und damit ein Gesamtergebnis von minus 25,75 Prozent ergab, ist uns unbekannt.' Auch die nicht veranlagte Einkommenssteuer sank und zwar um 8,25 Prozent (darin stecken laut Schächtele unter anderem die Zinsabschlagsteuer und die Kapitalertragssteuer). 'Die Leute haben offenbar nicht mehr so viel Geld auf der hohen Kante', vermutet er.

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