Kaufbeuren
Feuerwerk aus der Pistole

Es ist wieder soweit: In zwei Tagen ist Silvester - und der Andrang auf Böller, Raketen und Knaller beginnt ab heute in den Geschäften und Discountern in und rund um Kaufbeuren. Claus Koch, Inhaber des Geschäftes «Waffenkoch» in Kaufbeuren beispielsweise, ist auf den Ansturm vorbereitet: Er wird wohl vor allem Feuerwerksmunition für Pistolen verkaufen. «Es handelt sich um Signal- und Alarmwaffen», erklärt Koch. Mit ihnen verfolgt er auch ein konkretes Konzept: Das Zünden der Pistolen sei nämlich umweltfreundlicher als Raketen. «Die Patronenhülsen aus Messing kann man einsammeln und recyceln», erläutert Koch. Die Raketen, hauptsächlich aus Kunststoff, Holz und Pappe gefertigt, würden nach der Silvesternacht hingegen überall auf der Straße liegen. Deshalb verkauft er auch keine «normalen» Kracher.

Umweltschutz an Silvester

Ebenso bietet Koch eine Art «Batterienfeuerwerk» an, bei dem Feuerwerk reihenweise vom Munitionsträger in die Luft sprüht. «Die Batterien zündet man einfach an. Der Munitionsträger bleibt stehen und kann auch einfach entsorgt werden», weist er wieder auf sein «Umweltkonzept» hin. Seit der Klimawandel in der öffentlichen Diskussion überall präsent sei, baue er auch in seinem Angebot an Silvester auf Umweltschutz, so der Geschäftsmann.

Seine Kunden würden vor allem auf Steighöhe, Effekte und Farben der Feuerwerksmunition wert legen. Mit dem größten Ansturm rechnet Koch am Tag vor Silvester und an Silvester selbst.

Auch im V-Markt in Kaufbeuren wurden gestern alle möglichen Böller, Knaller und Raketen sortiert, die ab heute an den Mann und an die Frau gebracht werden sollen. Egal, ob «Fireliner», «Super-Böller» oder «Bombastica» - Fans von Silvesterknallern haben eine große Auswahl. Beim Verkauf herrschen ab diesem Jahr strenge Gesetze: Feuerwerke der Klasse eins, also Knallteufel, Wunderkerzen oder Silberkreisel, dürfen nicht mehr an Kinder unter 12 Jahren verkauft werden. «Das ist eine ganz neue Gesetzesänderung», so Peter Hofmeister, Marktleiter im V-Markt.

Hofmeister rechnet am zweiten Verkaufstag mit dem größten Ansturm. «Die Knaller-Mix-Packung und die Raketen sind am beliebtesten», meint er.

Spezialgebiet Waffenfeuerwerk

Von den herkömmlichen Feuerwerkskörpern hält Fritz Rättich vom gleichnamigen Waffengeschäft nicht allzu viel. «Ich habe zwar etwas davon im Laden, mein Spezialgebiet ist aber das Waffenfeuerwerk», erklärt der Inhaber. Dieses ist für Gaspistolen ausgelegt, die sonst Sportler wie Segler oder Drachenflieger zum Notsignalgeben bei sich tragen. Für den Erwerb ist kein Waffenschein notwendig, lediglich volljährig muss man sein. Die Waffen funktionieren auch bei nasskalter Witterung und sind «beim Abbrennen weitaus sicherer». Neugierig auf das Waffenfeuerwerk ist auch Eric Erben. Der 18-Jährige will sich beraten lassen und eventuell eine Handfeuerwaffe erstehen. «Mir taugen die normalen Raketen und Böller nicht, deswegen dachte ich, ich probiere mal etwas Neues», so Erben. Die passenden Patronen gibt es in verschiedenen Farben und Ausführungen.

Darauf legten die Kunden laut Rättich auch Wert. «Es geht nicht mehr um den riesen Knall, sondern eher um das Bunte.» Rättich selbst schießt Silvester keine Raketen ab. «Ich kann von meiner Wohnung auf die Spittelmühlkreuzung blicken, dieses Schauspiel genießen reicht mir völlig.»

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