Pfronten
Fette Jahre für Pfronten vorbei

Die Wirtschaftskrise bereitet auch der Gemeinde Pfronten Probleme. Wie Kämmerin Brigitte Antretter dem Gemeinderat berichtete, sind die Gewerbesteuereinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 54 Prozent zurückgegangen. Im Verwaltungshaushalt fehlen damit 1,3 Millionen Euro. Obwohl die Einnahmen aus der Einkommensteuer noch relativ stabil sind, sinkt das Jahres-Nettosteueraufkommen von 7,6 Millionen Euro (2007) und 6,6 Millionen Euro (2008) auf voraussichtlich rund 3,4 Millionen Euro. «Verwaltungsintern wurde schnell darauf reagiert, indem geplante Maßnahmen teilweise nicht realisiert wurden», so Kämmerin Antretter. Sie nannte als Beispiele den Gehwegausbau an der Allgäuer Straße, den Spielplatz im Vilstal und Sanierungen an Gebäuden.

3,3 Millionen investiert

Investiert wurden heuer gut 3,3 Millionen Euro, darunter vor allem der Straßen- (1,028 Millionen Euro) und Kanalbau (705000 Euro), die Wasserversorgung (305000 Euro) und der Neubau der Kinderkrippe Weißbach (450000 Euro). Dank Reserven aus dem Jahr 2008 kann die Neuverschuldung dieses Jahr auf 100000 Euro begrenzt werden, so Antretter. Der Schuldenstand läge damit zum Jahresende bei 12,219 Millionen Euro oder 1543 Euro pro Kopf.

Noch schwieriger als 2009 wird aus Sicht der Kämmerin das Jahr 2010. Dann sinke auch noch die Einkommenssteuer, während die Umlage an den Kreis, die sich nach dem hohen Steueraufkommen von 2008 richtet, auf mehr als 3,5 Millionen Euro ansteigt. Damit sei fraglich, ob die Gemeinde den Verwaltungshaushalt ausgleichen könne, so die Kämmerin.

Bei den Investitionen müsse man sich aufs Nötigste beschränken: den Kanalbau inklusive Straßen- und Wasserleitungserneuerungen, dazu die Vilsverbreiterung und die Bahnkreuzungen bei der Ortsumfahrung Kappel.

Erfreulicher als die Aussichten war die Jahresrechnung für das laut der Kämmerin «letzte fette Haushaltsjahr» 2008. 3,073 Millionen Euro wurden aus den laufenden Einnahmen an den Vermögenshaushalt überwiesen. Mit dessen insgesamt 5,589 Millionen Euro wurden mehr als 100 Einzelmaßnahmen finanziert, darunter Außerplanmäßiges wie der Kauf der Villa «Goldonkel», Grunderwerb für die Ortsumfahrung Kappel und Mehrkosten für die Sanierung der Achtalbrücke. Die Verschuldung sank um fast eine Million auf 12,1 Millionen Euro.

Klaus Frick (SPD) lobte als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses die solide Haushaltsführung der Kämmerin. Einstimmig erteilte der Gemeinderat der Verwaltung Entlastung. «Wir brauchen keine Haushaltssperren wie benachbarte Kommunen», erklärte Bürgermeister Beppo Zeislmeier. Allerdings habe man eine Reihe von Maßnahmen verschieben müssen.

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