Fethi Cengiz, türkisch-islamischer Kulturverein

Buchloe (ml). - Der türkisch-islamische Kulturverein Buchloe baut wie berichtet ein neues Kulturzentrum im Hochstattweg. Vorsitzender des 1985 gegründeten Vereins ist Fethi Cengiz (44). Der aus Usak in der Türkei stammende Arbeiter lebt bereits seit 1973 in Buchloe. Die Freundschaft zwischen deutschen und türkischen Bürgern liegt ihm, wie er erklärt, besonders am Herzen. Was wollen Sie im neuen Kulturzentrum alles bieten? Cengiz: Zunächst wollen wir mit dem Zentrum eine Gebetsstätte schaffen. Wichtigstes Ziel des Vereins ist, Religion und Kultur zu fördern. Deshalb werden in dem Haus auch Räume für den religiösen Unterricht von Kindern und Jugendlichen untergebracht. Aber auch Erwachsene, Männer wie Frauen, können sich hier zum Beispiel mit dem Koran beschäftigen. Die Gebetsräume sind für beide Geschlechter traditionell getrennt. Es soll aber auch ein kultureller Treffpunkt mit vielen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche entstehen. Die Erwachsenen können sich dagegen in der Teestube treffen. Wie bringt der Verein den Buchloern die türkische Kultur näher? Cengiz: In der Vergangenheit haben wir immer wieder mit besonderen Veranstaltungen versucht, türkische Bräuche und Folklore bekannter zu machen.

Beim Stadtjubiläum sind wir mit dem türkischen Elternverein im Festzug mitgelaufen. Unseren Nationalfeiertag, das türkische Kinderfest, feiern wir regelmäßig in der Hauptschule. Und auch in unserem neuen Kulturzentrum wollen wir wieder den Tag der offenen Moschee für alle Buchloer anbieten. Unsere Tür steht allen interessierten deutschen Mitbürgern offen und wir beantworten gerne Fragen zu unserer Kultur. Im neuen Zentrum planen wir auch Kurse, um türkische Lieder, Tänze und Folklore weiterzugeben. Wie gut funktioniert die Integration in Buchloe? Cengiz: Von der Mentalität her bleiben wir zwar immer Türken, aber wir sind doch Buchloer. Ich selbst lebe jetzt seit 30 Jahren hier, in der Türkei war ich nur 14 Jahre lang. Von vielen Landsleuten habe ich schon gehört, dass sie - egal, wo sie auch in Deutschland schon waren - Buchloe als ihre Heimat empfinden, wenn sie wieder hierher zurückkehren. Die Freundschaften, die wir zu den Buchloern haben, sind uns wichtig. So kamen zum Beispiel Beamte der Buchloer Polizeiinspektion immer wieder zum Kaffeetrinken in unserem alten Kulturzentrum vorbei. Was ist dem türkisch-islamischen Kulturverein im Zusammenleben mit den Deutschen besonders wichtig? Cengiz: Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen der türkischen und der deutschen Kultur. Wie mir Bürgermeister Josef Schweinberger gesagt hat, stellen wir zehn Prozent der Bevölkerung in der Stadt. Deshalb bedeutet es uns viel, uns für Toleranz und den Abbau von Vorurteilen einzusetzen. Auf den Meinungsaustausch zwischen den Kulturen kommt es an, denn der Koran sagt: 'Alle Menschen sind Brüder'.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018