Festwoche: Mobile Ampel soll eine Brücke ersetzen

Kempten (pa). - 'Das kann doch nicht funktionieren, das gibt garantiert ein Chaos.' So reagierten spontan manche Kemptener auf die Nachricht, dass heuer bei der Festwoche eine der beiden Fußgängerbrücken über die Salzstraße versuchsweise wegfallen soll. Dagegen sind die Verantwortlichen bei der Stadt vom Gelingen des Tests relativ überzeugt. Um Besuchern, die nicht so gut zu Fuß sind, das Treppensteigen zu ersparen, sollen sie, wie berichtet, diesmal direkt über die Salzstraße von einem Teil des Festgeländes ins andere gehen können. Nämlich in dem Bereich der bisherigen Brücke nördlich des Finanzamts. Gefahrlos über die Fahrbahn helfen soll den Besuchern eine mobile Fußgängerampel. Und zwar so, versichert Festwochen-Organisationsleiter Heinz Buhmann, dass die Grüne Welle für die Fahrzeuge auf der Salzstraße nicht unterbrochen wird. Das soll so funktionieren, dass die mobile Signalanlage parallel geschaltet wird zu der ständigen Fußgängerampel, die sich nur etwa 30 Meter weiter nördlich bei der Einmündung der Eberhardstraße und bei der Köselschen Buchhandlung befindet. Weil diese Ampel ohnehin eingepasst sei in die Welle, wäre es die provisorische Anlage auch.

Erst nach dem Berufsverkehr Von Vorteil, so Buhmann, sei dabei, dass die Festwoche in den Ferien stattfindet: Da gebe es sowieso weniger Verkehr und es seien auch keine Schulbusse unterwegs. Außerdem werde die Fußgängerampel erst um 10 Uhr mit der Öffnung des Festgeländes aktiviert, wenn der morgendliche Berufsverkehr längst durchgerauscht sei. Und was ist, wenn in Stoßzeiten die Besucher womöglich das Ampelrot missachten und einfach weiter über die Straße strömen? Dann, so Buhmann, sollen Ordnungskräfte regulierend eingreifen, die man dort postieren will. Etwas skeptischer sehen andere Fachleute der Verwaltung dem Testlauf entgegen. So sieht Volker Reichle, Leiter des Amts für Verkehrswesen, schon 'gewisse Behinderungen' auf den Fahrzeugverkehr zukommen. Beispielsweise beim Abbiegen in die und aus der Eberhardstraße. Und Ampelfachmann Peter Meier vom Tiefbauamt weist darauf hin, dass man den Festwochenmassen wohl ein paar Sekunden mehr Grünphase gewähren müsse, als es an der bestehenden Fußgängerampeln üblich ist. Was umgekehrt zwangsläufig eine 'gerinfügige Einbuße' für die Autofahrer zur Folge habe. Im Normalbetrieb, sind sich Reichle und Meier einig, wäre das keine akzeptable Lösung, aber während der kurzen Festwoche könne man es durchaus vertreten. Festwochen-Organisator Buhmann brütet derweil bereits über einem Folgeproblem, das sich aus dem Brückenverzicht (mit dem die Stadt übrigens bis zu 10000 Euro einspart) ergibt: Wie verhindert man, dass massenhaft 'Mitläufer' ohne Bezahlung ins Festgelände einsickern, wenn die Besucher nur noch über die Straße wechseln müssen? Eine harte Nuss, die es noch zu knacken gilt.

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