Festschrift sprengt den Kostenrahmen

Buchloe (mel). - So hatte sich Bürgermeister Josef Schweinberger das nicht vorgestellt: Als er den Stadträten am Dienstagabend eine Zwischenbilanz der Kosten für das Stadtjubiläum präsentierte, stießen die hohen Ausgaben für die Festschrift bei einigen Räten auf Unverständnis - was dem Rathauschef die nachträgliche Festtagslaune etwas verdarb. Zunächst hatte Schweinberger allen Mitwirkenden und Mitfeiernden noch gut gelaunt für die 'wunderbaren Festtage' im Mai gedankt - unterstützt vom Beifall der Räte. Auch der Blick auf die bislang angefallenen Gesamtkosten für das Jubiläum und die bisherigen Einnahmen sorgten noch nicht für Missstimmung: 50613 Euro wurden laut Schweinberger bis dato ausgegeben, 18501 Euro kamen herein. Das momentane Defizit von 32112 Euro lasse hoffen, 'dass der Haushaltsansatz mit 60000 Euro reichen wird', verkündete der Rathauschef und lobte das diesbezügliche große Engagement aller Beteiligten. Bei der Einzelaufstellung der Ausgaben zeigte sich jedoch, dass die Kosten für die Festschrift - anders als bei den Posten Festzug, Werbung, Festabend oder Stadtsaal-Ausstellung - beträchtlich höher ausgefallen waren als gedacht: 5000 Euro hatte man angesetzt, letztendlich wurden daraus rund 13900 Euro. An Einnahmen durch Annoncen und Spenden flossen allerdings noch 6048 Euro - das Netto-Defizit liegt also bei 7852 Euro. Dennoch wunderte sich Wolfgang Schmid-Kemmeter (UBI) über die 'krasse Fehlkalkulation' bei den Ausgaben für die Festschrift.

Und Christine Warkus (FWV) kritisierte prompt, dass diese kostenlos verteilt wurde: 'Wenigstens einen kleinen Obulus hätte man verlangen müssen - jeder hat sich gewundert, dass dies nicht der Fall war.' Schweinberger fragte nach einigem Hin und Her leicht ungehalten, ob die FWV-Stadträtin denn bereit gewesen wäre, von Haus zu Haus zu gehen, um die Festschrift zu verkaufen. Zuletzt, beim Feuerwehrjubiläum, sei diese Prozedur nämlich geradezu 'entwürdigend' gewesen: 'Wenn eine Festschrift etwas kostet, will sie niemand mehr haben.' Die Broschüre der Stadt sei heuer dagegen auf großes Interesse gestoßen, nur noch ein paar der 5000 gedruckten Exemplare seien übrig, 'die wir jetzt für uns zurückhalten'. Und überhaupt habe der Festausschuss lange abgewogen, bevor er sich für eine kostenlose Abgabe entschied. Manfred Beck (SPD) nahm den Bürgermeister generell 'in Schutz', wunderte sich allerdings darüber, dass der Festausschuss selbstständig eine solche Entscheidung treffen konnte - auch dieser Einwand förderte nicht gerade die Laune des Rathauschefs. Schützenhilfe bekam Schweinberger dagegen von Drittem Bürgermeister Hubert Müller (CSU). Dieser erklärte, die erste Kostenschätzung sei schlicht aufgrund bisheriger Erfahrungen erfolgt, die Festschrift der Stadt habe sich dann aber zu einem umfangreicheren und qualitativ hochwertigeren Produkt gemausert, als ursprünglich gedacht. Auch Monika Strohmayer (SPD), die dem zuständigen Arbeitskreis angehört hatte, betonte: 'Wir wollten das dann alle so haben. Die Festschrift ist ihr Geld wert.'

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