Faszination Klettern als Teil des Unterrichts

Füssen(kb). - 'Klettern' heißt das Zauberwort für eine gemischte Gruppe von drei Mädchen und zehn Buben. Dies ist ein Unterrichtsangebot der Anton-Sturm-Volksschule in Füssen, das im 14-tägigen Turnus stattfindet. Den Mittwochnachmittag, an dem sie mit dem Bus zur Kletterhalle in Rieden fahren, können die Schüler kaum erwarten. Wenn aus organisatorischen Gründen dieser Unterricht mal nicht gehalten werden kann, so drängen sie darauf, dass er auf einen anderen Tag verschoben wird. Und die 90 Minuten sind ihnen oft zu kurz, so dass früher angefangen und später aufgehört wird. Selbst Stefan Blochum, der verantwortliche Lehrer, ist im Gegensatz zum anderen Unterricht nach diesen beiden Stunden 'entspannt'. Er war es auch, der der Schulleitung den Vorschlag unterbreitete, eine entsprechende freiwillige Arbeitsgemeinschaft an der Schule zu errichten und fand volle Unterstützung. Auch der Elternbeirat begrüßte dieses Vorhaben und finanziert zum Teil die Buskosten. Geradezu ideal war die Eröffnung der Kletterhalle, die optimale Voraussetzungen für diese Sportart bietet. Stefan Blochum, der die entsprechende Ausbildung und Prüfung für dieses Spezialgebiet im Sport aufweist und selbst begeisterter Kletterer ist, legte bis zum Jahreswechsel sein Hauptaugenmerk auf Sicherung und Sicherheit, um damit auch das notwendige Fremdvertrauen aufzubauen. Die Schüler sichern sich selber gegenseitig ab und damit ja nichts schief geht, wurde anfangs auch noch der Sichernde durch einen weiteren Schüler hintersichert. Stefan Blochum kann sich auf seine Schüler verlassen. Wenn ein Kletterer stürzt, dann ist das nicht dramatisch, denn er sitzt im Seil. Somit ist es auch erklärlich, dass zwei Schüler, die anfänglich extreme Höhenangst hatten und nicht höher als drei bis vier Meter stiegen, jetzt schon die ganze Wand durchklettern können. Im Übrigen geht es dem Lehrer darum, bei den Schülern vor allem Erfolgserlebnisse anzubahnen , deshalb blieb er bisher im unteren Schwierigkeitsgrad. Es gibt nie Unstimmigkeiten in der Gruppe. Jeder freut sich am gemeinsamen Erfolg. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass Konzentrationsfähigkeit und Durchhaltevermögen , die anfänglich auf etwa eine Stunde beschränkt waren, sich weitgehend gesteigert haben.

Sich eindrehen und 'fröscheln' Für die nächste Zeit werden nun schon unterschiedliche Bewegungen geschult, um eine Verbesserung der Technik zu erzielen. Auf ihren Klettertouren werden die Schüler darauf achten, wann es erforderlich ist sich einzudrehen, auf Reibung zu klettern oder zu 'fröscheln'. Der Lehrer freut sich auf alle Fälle auf eine weiterhin 'tolle Arbeit mit der Gruppe', die getragen wird von der Faszination des Kletterns. Das Unterrichtsangebot sollte nach Möglichkeit zur ständigen Einrichtung werden. Zwei Voraussetzungen für die Beteiligung an einem solchen Kurs müssen allerdings erfüllt sein. Die Schülerpersönlichkeit muss stimmig sein, außerdem ist eine gewisse Grundkörperkraft notwendig. Vollschlanke sollten sich bewusst sein, dass sie unter Umständen rasch an Leistungsgrenzen stoßen können.

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