Buchloe / Ostallgäu
Fast drei Millionen Euro für den Hochwasserschutz

Auf den ersten Blick sind es lediglich eine Baugrube, ein riesiges Gerüst und meterhohe Verschalungen. Die Wirkung, die eines Tages von diesem Bauwerk zwischen Buchloe und Dillishausen ausgehen soll, ist jedoch groß. Noch im Frühsommer dieses Jahres soll das Hochwasserrückhaltebecken an der Salach fertig sein und den Lamerdinger Ortsteil Dillishausen vor einem hundertjährigen Hochwasser bewahren. Knapp 53000 Kubikmeter Wasser könne der Damm aufnehmen, erklärte Planer Bertram Mooser bei der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes «Hochwasserschutz Gennach-Hühnerbach».

Das Bauwerk nördlich von Buchloe ist Teil eines Konzeptes entlang der Gennach und des Hühnerbachs - von Bidingen bis nach Langerringen. Knapp 2,4 Millionen Euro investiert der Verband in diesem Jahr in Dämme, Gerinne und Rückhaltebecken im mittleren und nördlichen Ostallgäu.

Mit rund 450000 Euro ist der Damm bei Dillishausen heuer veranschlagt. Es ist allerdings bereits die zweite Rate, denn schon im Haushalt des Jahres 2009 waren etwa 363870 Euro eingeplant.

Seit gut zwei Jahren existiert der Zweckverband als Konsequenz aus den folgenschweren Überflutungen in den Jahren 1999 und 2001. Vorsitzender ist Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger. «Wir müssen schauen, dass wir die Projekte schnell über die Bühne bringen», sagte er. Zumal die Fördermittel der Europäischen Union reduziert worden seien.

Der Gesamtetat schließt im Verwaltungshaushalt mit 31000 Euro, im Vermögenshaushalt mit etwa 2,9 Millionen Euro. Der größte Brocken in diesem Jahr ist ein Rückhaltebecken in Thalhofen bei Stöttwang (1,1 Millionen Euro). Es soll knapp 140000 Kubikmeter Wasser fassen und nach nur fünf Monaten Bauzeit im September 2010 fertiggestellt sein.

Weiteres Geld fließt in das Rückhaltbecken «Indianer» in Ob bei Bidingen. Das Becken mit 360000 Kubikmeter Fassungsvermögen sei das wichtigste Projekt. Mooser: «Es liegt im Oberlauf des Hühnerbachs und kann hydraulisch schon viel regulieren.» Heuer sind dafür 390000 Euro vorgesehen, im Haushalt des kommenden Jahres werden weitere 1,08 Millionen Euro eingeplant.

Etliche weitere Maßnahmen in den Mitgliedsgemeinden wurden bereits in den Investitionsplan bis zum Jahr 2013 aufgenommen. Etwa Rückhaltebecken bei Bidingen (insgesamt 1,2 Millionen Euro), in Blonhofen (1,52 Millionen Euro), Osterzell (1,45 Millionen Euro), im Gennachhausener Moor (1,08 Millionen Euro), ein Hochwasserschutz in Weinhausen (398000 Euro), ein weiterer bei Gutenberg (55000 Euro), Gerinneausbau in Westendorf (1,08 Millionen Euro) und Ob (500000 Euro) sowie ein Rückhaltebecken in Eurishofen (730000 Euro).

Dieses, so Mooser, sei einmalig. Weil es Gennach und Hühnerbach gemeinsam eindämmen soll. Eigentlich war der Baubeginn im Herbst 2011 geplant, laut Jengens Bürgermeister Franz Hauck werde es aber wohl erst im Frühjahr 2012 so weit sein. Noch haben vor allem die Bewohner Schwäbishofens Bedenken, dass das gestaute Wasser hinter dem Damm ihren Ort fluten könnte.

Der Standort des Beckens wurde laut Plan in südliche Richtung verschoben und liegt nun etwas mehr als 600 Meter von Schwäbishofen entfernt - für manchen zu wenig. (ses)

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