Buchloe
Farbenfroh und vielseitig

Farbenfrohe Feuerfontänen, glitzernder Funkenregen und lautes Knallen. Für viele Menschen gehören Böller und Raketen zu Silvester wie der Gänsebraten zum Weihnachtsfest. Auch in und um Buchloe gibt es ab heute wieder jegliches Zubehör des traditionellen Feuerwerks zu kaufen. Streng reglementiert ist der Handel mit der explosiven Ware. Und so lagerten die Kracher gestern meistens noch verriegelt und verschlossen in Containern und Kartons, die Regale wurden erst am späten Abend nach Ladenschluss gefüllt.

Wie zum Beispiel beim V-Markt in Buchloe. «Die Kartons dürfen selbst von unseren Mitarbeitern nicht früher geöffnet werden», erklärt Robert Vogel, stellvertretender Marktleiter. Mit nur drei Tagen ist die Verkaufszeit kurz, das Sortiment groß. Mit der Bestellung haben die Mitarbeiter in Buchloe aber kaum etwas zu tun. «Wir dürfen zwar unsere Erfahrungswerte einbringen. Letztlich läuft aber alles über das Zentrallager in Mauerstetten», so Vogel weiter. Dort präsentieren die jeweiligen Vertreter auch die Neuheiten und potenziellen Verkaufsschlager. Vogel mutmaßt, dass auch heuer in erster Linie wieder große Batterien verkauft werden.

Das sei in zweierlei Hinsicht praktisch: Bis zu 100-mal und 50 Meter hoch schießen die bunten Leuchtkugeln aus den quadratischen Boxen, sind dazu im Vergleich wesentlich günstiger als einzelne Raketen. Und das Käuferschema? Überwiegend junge Männer und Familien mit Kindern, heißt es seitens des Verbrauchermarktes.

«Wir geben pro Jahr fast 200 Euro für das Silvesterfeuerwerk aus», erzählt Jörg Finkbeiner. Gemeinsam mit seiner Tochter Judith will er sich heute auf die Suche nach geeigneten Böllern machen. Schließlich sei er bei der traditionellen Familienfeier «der auserwählte Pyromane». «Da muss alles passen, sonst gibt es Ärger mit der Verwandtschaft», meint der 39-Jährige grinsend.

Neben den Konsumenten bereiten sich auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste auf den Jahreswechsel vor. Jedes Jahr würden gerade in der Silvesternacht Unfälle beim Abbrennen des Feuerwerks passieren, erklärt Raphael Doderer von der Johanniter-Unfallhilfe. Besonders häufig seien Verletzungen an Augen, Ohren und Händen sowie Verbrennungen.

Die Stadt Buchloe appelliert zudem an alle Bürger, die Überreste des Feuerwerks selbst zu beseitigen. «Die abgebrannten Raketenteile sollten nicht auf den Straßen und Plätzen verstreut liegen bleiben», meint Arthur Salger, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft. Der Abfall solle spätestens am Neujahrstag eingesammelt und über den Restmüll entsorgt werden.

Verbot neben Krankenhäusern

Neben den üblichen gesetzlichen Regeln, Tipps und Ratschlägen (siehe «Nachgefragt»), gibt es heuer auch einige Neuerungen: So werden beispielsweise Feuerwerkskörper nicht mehr mit einem Zulassungszeichen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) versehen, sondern mit einer CE-Kennzeichnung, einer einheitlichen Richtlinie nach EU-Recht. Außerdem wurde die Liste der Orte erweitert, in deren unmittelbarer Nähe Feuerwerksartikel nicht abgebrannt werden dürfen: Dies gilt nun neben Kirchen, Krankenhäusern, Alten- und Kinderheimen auch für Fachwerkhäuser.

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