Fahrgastzahlen verdoppelt

Kaufbeuren | mab | Kräftig gestiegen sind in Kaufbeuren die Fahrgastzahlen im öffentlichen Busverkehr. Sie wuchsen von 1,18 Millionen so genannten Beförderungsfällen im Jahr 1998 auf 2,5 Millionen Fälle im Jahr 2006. Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) zeigte sich über diese Entwicklung sehr erfreut. Als Gründe für diese Entwicklung sieht er den regelmäßigen Takt der an- und abfahrenden Busse, attraktive Fahrzeuge und günstige Monats- und Jahreskarten, die von der Stadt Kaufbeuren subventioniert werden.

Deshalb kostet eine Monatskarte für einen Erwachsenen auch nur 33 statt 46,35 Euro und eine Jahreskarte statt 556 nur 297 Euro, wie der für den Verkehr zuständige städtische referatsleiter Dr. Gert Peter Strunk mitteilt. Die kräftigen Steigerungen der Passagierzahlen seien - nachdem die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren im Prinzip konstant blieben - auf die so genannten 'wahlfreien Kunden' zurückzuführen. Das heißt: Autofahrer konnten dazu bewogen werden, ihre Vehikel stehen zu lassen und statt dessen in den Bus zu steigen.

'Vertaktung kommt an Großstadtverhältnisse heran'

Die Krumbacher Verkehrsexperten vom Büro 'Omnipart Verkehrsdienstleistungen', die im Verkehrsausschuss den neuen Nahverkehrsplan vorstellten, gaben Kaufbeuren gute Noten. Die am stärksten befahrene Verbindung ist jene zwischen den Stadtzentren von Kaufbeuren und Neugablonz. Untertags verkehren die Busse sogar viertelstündlich, was nach Angaben der Gutachter 'an Großstadtverhältnisse herankommt'.

Trotz der guten Verhältnisse sah der Geograph Martin Kreutner von Omnipart noch Verbesserungsmöglichkeiten. So sei die Verzahnung des Bustaktes mit den Zügen der Deutschen Bahn zwar im Prinzip nicht möglich. Das zeige sich schon daran, dass an einem durchschnittlichen Tag 168 Busse am Bahnhof ankommen, aber nur 87 Züge. Kreutner schlug aber vor, wichtige Zugverbindungen aus den Stadtteilen mit der Möglichkeit des Anruf-Sammel-Taxis (AST) zu versorgen, das auf Zuruf funktioniert, wenn man sich mindestens 60 Minuten vorher meldet.

Laut Strunk werde derzeit daran gedacht, die AST-Linien in der Stadt zu intensivieren. Des Weiteren gibt es ähnliche Anliegen für AST-Linien von den Umlandgemeinden in die Stadt und zurück. Aber dafür müsse es noch entsprechende Abstimmungen mit dem Landkreis geben.

Das Krumbacher Büro schlug außerdem die Einrichtung einer Mobilitätszentrale zum Beispiel am Plärrer vor. Diese soll vor allem Bürgern, die das Internet nicht nutzen, klare telefonische Auskünfte geben - etwa zu der Frage: 'Ich wohne in der Buronstraße in Kaufbeuren und möchte morgen um 13 Uhr in Nürnberg sein. Welche Bus- und Bahnverbindungen muss ich genau benutzen?' Eine solche Mobilitätszentrale soll laut Kreutner auch den AST-Verkehr abwickeln, wodurch die Voranfragezeiten von 60 auf 30 Minuten sinken könnten. Die Kosten für eine solche Zentrale bezifferte der Geograph mit etwa 80 000 Euro pro Jahr. Der dritte Vorschlag bezog sich auf ein 'rechnergestütztes Betriebsleitsystem'. Damit wird an großen Haltestellen auf Hinweistafeln angegeben, in wie vielen Minuten der nächste Bus kommt. Ein solches Informationssystem findet sich beispielsweise an jeder Haltestelle der Münchner U-Bahn. 'Dieses System müssten aber die Busunternehmen installieren', so Strunk.

Der Kaufbeurer Verkehrsausschuss beschloss jüngst einstimmig die Fortschreibung des Nahverkehrsplans - samt den genannten Zielen zur Verbesserung des ÖPNV.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019