Marktoberdorf
«Ewig rauschen die Gelder»

Eric Stark ist noch beruflich unterwegs, als die Probe des Kolpingtheaters um 19.30 Uhr startet. Er kommt etwas später direkt vom Bahnhof ins Modeon. Aus dem Controller im richtigen Leben schlüpft er sogleich in die Rolle eines Eheberaters. Das ist eine von zehn Rollen, die in der Komödie «Ewig rauschen die Gelder» zu vergeben waren. An Silvester soll sie dem Modeon-Publikum einen vergnüglichen Jahresausklang bereiten.

Seit vielen Wochen studieren die Kolpingschauspieler dieses Stück unter der Regie von Rupert Filser ein. Die Besucher erwartet eine lebhafte Komödie des Engländers Michael Cooney, gespickt mit tragikomischen Vertuschungen und Verwechslungen. Erstmals ist im Anschluss an das Silvestertheater für weitere musikalische Unterhaltung im Modeon gesorgt. Bis Mitternacht und darüber hinaus spielt Max Kinker im Modeon.

Erich Putz (Michael Zotz) bringt es nicht übers Herz, seiner Frau Linda (Annika Zotz) zu gestehen, dass er seinen Job verloren hat. Um die Lüge aufrecht zu erhalten, lässt sich Putz alles mögliche einfallen, um Sozialhilfen zu bekommen.

Er erfindet einen neuen Untermieter, weitere hilfsbedürftige Hausbewohner, beantragt und erhält Alters-, Invaliden-, Unfall- und Frührente, Schlechtwetter-, Kranken-, Wohn- und Kindergeld, sogar die Schulmilch lässt er nicht aus. Und seine Frau glaubt, dass er jeden Tag zur Arbeit geht.

Das geht zwei Jahre lang gut - bis eines Tages die resolute Frau von Korff (Bärbel Weiß) und der Außenprüfer des Sozialamtes Jürgens (Stefan Bartl) vor der Tür stehen. Das ist der Beginn dieser aberwitzigen Verwechslungs- und Verwandlungskomödie, an deren Ende eine Überraschung für das nicht mehr erwartete Happy End sorgt.

Engagiert sind die Kolpingschauspieler bei der Sache: Mehrmals in der Woche proben sie die Komödie Kapitel für Kapitel ein. «Seite 76 Mitte», ruft Rupert Filser auf die Bühne. Der dritte und letzte Akt soll heute von Anfang bis Ende durchgespielt werden. Schlag auf Schlag, so der Regisseur, müssen die Sätze kommen. Denn er hat ein temporeiches Stück ausgewählt, das auch vom Wortwitz lebt. Viele Türen hat das Haus, in dem die Gelder «ewig rauschen». Im Wohnzimmer von Erich Putz und seiner Frau Linda herrscht ein reges Kommen und Gehen. Jeder spielt jedem eine Komödie vor. Selbst Onkel Georg (Erich Weiß) muss für das Verwirrspiel herhalten.

Links ab, die Treppe hoch, nein, jetzt muss die vermeintliche Vermieterin (Stefan Schrom) von rechts kommen - jede Kleinigkeit kann für den Gesamterfolg der Aufführung entscheidend sein.

Passt in die Zeit

Die Gruppe habe sich für ein Stück entschieden, das in die Zeit passt und in der Zeit spielt, sagt Filser, der selbst einige Aktualisierungen vorgenommen hat. Noch viele Stunden werden die Spieler proben. Ob Lehrer, Landwirt, Hausmeister, Beamter, Sozialpädagogin oder selbstständiger Unternehmer: Der Feierabend gehört in den Wochen bis Silvester dem Theater, dem sich die Darsteller mit viel Spaß verschrieben haben. Auch wenns an manchen Abenden knapp mit der Zeit wird, vom richtigen Leben in die Theaterwelt einzutauchen.

Aufführungen am Silvesterabend um 19 Uhr sowie am 5. Januar um 20 Uhr im Modeon. Kartenvorverkauf bei der Buchhandlung Glas, Telefon 08342/2551.

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