Allgäu
«Es war Liebe auf den ersten Blick»

Immer wieder erreichen unsere Redaktion kurze Mitteilungen, die neugierig machen. Von Polizei, Vereinen oder Kommunen. Meist sind die betreffenden Ereignisse in der routinierten Berichterstattung nur eine kleine Meldung wert. In unserer Serie «Nachgeforscht» widmen wir uns in losen Abständen den Geschichten hinter der Meldung, denn Alltagsgeschichten können bunt, vielfältig und interessant sein.

Der Fall war schnell klar: Da hatte jemand an Heiligabend einen kleinen Hund ausgesetzt. Angebunden an einen Zaun, saß er da, der kleine Welpe, und er zitterte als ihn die Polizeibeamten aufhoben. Im Tierheim Beckstetten nahm man sich sofort seiner an. Und mittlerweile ist der Kleine vermittelt: an eine Familie aus Rammingen. «Dass das diesmal so schnell ging, ist ungewöhnlich», erzählt Helga Krauss, die Leiterin des Tierheims.

Tatsächlich: Der Zufall spielte den Tierschützern in die Hände. Als nämlich eine Tierheim-Mitarbeiterin den kleinen Welpen bei einem Tierarzt in Landsberg untersuchen lassen wollte, traf sie auf Isabelle Fuhrmeister. Auch sie saß mit ihrem Pudel Nicki im Wartezimmer. Die beiden kamen ins Gespräch, und Isabelle Fuhrmeister war schnell klar: «Es ist Liebe auf den ersten Blick.»

Der kleine Welpe, vermutlich eine japanische Spitzhunderasse namens Shibainu, eroberte das Herz der 19-Jährigen aus Rammingen im Sturm. «Ich musste nur noch mit meinen Eltern abklären, ob ich ihn behalten durfte und schon am Nachmittag holten wir Bobby ab. Bobby, so heißt der kleine Findling seit Montag. Er leistet nun Nicki, der Katze Merlin und den beiden Echsen von Isabelle Fuhrmeister Gesellschaft. «Vor allem Nicki freut sich über den neuen Mitbewohner», berichtet die 19-Jährige. Zusammen toben die beiden Hunde mittlerweile durchs Haus. «Bobby springt viel herum uns ist unglaublich neugierig.» Platz genug hat er in Rammingen. Dort kann er nach Angaben seiner neuen Besitzerin auch in den Garten; und zu den Feldern der Umgebung ist es auch nicht weit.

«Ich freue mich wirklich sehr, über unseren Neuzugang», sagt Isabell Fuhrmeister - auch wenn sie weiß, dass mit Bobby zunächst einmal viel Arbeit auf sie zukommt. «Es wird schon etwas dauern, ihn stubenrein zu kriegen und zu erziehen», weiß sie.

Manchmal zwickt Bobby sie in die Hand. «Das tut ganz schön weh, auch wenn er noch so klein ist.» Isabell Fuhrmeister vermutet, dies habe noch mit seinen Vorbesitzern zu tun: «Wer weiß, was die mit ihm gemacht haben.»

Dass Bobby an Heiligabend ausgesetzt wurde, empfindet die Tierfreundin als «unverschämt» und sie fordert: «Wenn sich jemand ein Tier anschafft, muss er sich halt vorher einmal Gedanken machen, was das bedeutet und welche Konsequenzen das hat.» Für Bobby endete die kurze Bekanntschaft mit Isabell Fuhrmeister im Tierarzt-Wartezimmer mit einem «Happy End». Das neue Jahr beginnt er in einer Familie, die ihn offenbar wirklich ins Herz geschlossen hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018