Es macht Klick im Kopf

Kaufbeuren/Ostallgäu (bbm). - Sie hatten schon eine längere Suchtkarriere hinter sich und wurden mit Drogen-Ersatzstoffen behandelt, als sie im März vergangenen Jahres ein halbes Gramm Heroin erwarben und rückfällig wurden: Die beiden jungen Männer (20 und 25) aus dem Ostallgäu standen seinerzeit unter offener Bewährung. Deshalb drohten ihnen jetzt vor dem Kaufbeurer Jugendschöffengericht Haftstrafen. Nachdem es sich bei dem Rückfall der Angeklagten um einen einmaligen Verstoß gehandelt hatte, beließ es das Gericht in seinem Urteil bei Geldstrafen in Höhe von 800 und 1200 Euro. Der jüngere der beiden Angeklagten erhielt eine niedrigere Strafe als sein älterer Bekannter. Das lag daran, dass er seine Bewährung zur Tatzeit schon fast durchgestanden hatte und sich offenbar wesentlich zielgerichteter als der Mitangeklagte um eine Neu-Orientierung bemüht. Der Anwalt des heute 22-Jährigen verwies auf eine ständige ärztliche und psychologische Betreuung sowie einen erfolgversprechenden beruflichen Neuanfang. Warum er seinerzeit nach mehrmonatiger, erfolgreicher Substitution rückfällig wurde, erklärte der junge Mann mit den besonderen Mechanismen der Sucht: 'Das macht einfach Klick im Kopf. Und hinterher denkst Du: Wie kann ein Mensch nur so blöd sein?' Der 22-Jährige hatte den Mitangeklagten seinerzeit vor einer Arztpraxis getroffen, in der beide zuvor ihre jeweilige Dosis an Drogen-Ersatzstoffen erhalten hatten. Im Gespräch sei ihnen dann die Idee gekommen, Heroin zu besorgen. Der ältere der beiden Angeklagten rief daraufhin einen Bekannten aus der Ostallgäuer Drogenszene an. Dieser besorgte bei einem Dealer ein halbes Gramm Heroin, das dann zu dritt konsumiert wurde.

Nicht mit aller Härte Beide Angeklagten versicherten vor Gericht, es habe sich um einen einmaligen Rückfall gehandelt. Der jüngere Angeklagte legte dazu lückenlose Drogentests vor, der Mitangeklagte verwies auf regelmäßige ärztliche Betreuung. Das Jugendschöffengericht sah bei ihm zwar keine so konkreten Schritte zur Bekämpfung der Sucht wie bei dem 22-Jährigen, wollte aber wegen des einen Betäubungsmittel-Erwerbs zum Eigenkonsum auch in diesem Fall noch nicht mit der ganzen Härte des Gesetzes durchgreifen. Bei Ende der Verhandlung war noch offen, ob der Staatsanwalt die Entscheidung akzeptiert oder dagegen Rechtsmittel einlegt. Vor dem Kadi

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