Es lebe Musik

Kaufbeuren | wim | 'Wir werden uns das Singen von niemandem verbieten lassen', steht an der Wand. Und 'Es lebe Musik'. Der Raum II der Ludwig-Hahn-Sing- und Musikschule wurde bei der 'Aktion Abschied' in einen Ausdruckplatz der Erinnerungen verwandelt. Schüler und Lehrer haben dem Martinsheim auf künstlerische Art die letzte Ehre erwiesen. Mit Pinsel und Farbe malten und schrieben sie an den Wänden ihre Freude und Verbundenheit nieder. Aber auch Trauer um den Verlust ihrer Heimstätte und Wünsche waren zu lesen.

Das Martinsheim, in dem sich seit 1984 die Musikschule befand, soll abgerissen werden und einem Modepark Platz machen. 'Ich habe viel Zeit hier verbracht, auch an den Wochenenden', erzählt Theresa Weikmann. Die 15-jährige Kaufbeurerin geht seit der zweiten Klasse in die Musikschule. Sie lernte erst Flöte und jetzt Klavier. Viele Erinnerungen verbindet sie mit dem Gebäude an der Kemptener Straße. 'Ein neues ist einfach nicht das selbe', sagt sie. Gekommen, um Abschied zu nehmen, vom Martinsheim ist auch Philipp Schneiderat. Er singt im Chor und trommelt noch dazu in der Tänzelfestknabenkapelle. 'Es ist schon komisch, ich bin immer gerne hier her gekommen', erzählt der Neunjährige. Den Abriss überleben und auch weiterhin über dem Areal spuken wird vielleicht das kleine blaue Stadtgespenst, das Schüler an eine Mauer gemalt haben. Es mahnt: 'Huhuhu, Angst sollt ihr haben, damit euch klar wird, was ihr uns zerstört habt'.

Die Musikschule hat inzwischen eine neue Heimat im ehemaligen AOK-Gebäude an der Johannes-Haag-Straße gefunden.

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