Memmingen / Buchloe
«Es gibt keinen Weg zurück»

Der Einschätzung der jüngst gewählten Präsidentin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, «Wir sind Kirche im Aufbruch - nicht im Abbruch» stimmte Dekan Kurt Kräß zu und stellte sie als Motto über seinen Bericht bei der Dekanatssynode.

70 Synodalen und Kirchenvorsteher machte Kräß in Memmingen mit seinen persönlichen Beobachtungen und Wahrnehmungen vertraut. Sein Fazit: Zwar sei das von ihm dereinst sehr geschätzte Kindergottesdienst-Modell eher auf dem Rückzug, aber es gebe zahlreiche Kinderbibeltage und -wochen «in guter ökumenischer Atmosphäre». Ein Zeichen für den Aufbruch sei auch die Vielfalt gottesdienstlichen Lebens, bei dem nicht nur der Pfarrer, sondern auch Ehrenamtliche an der Gestaltung mitwirkten. Neu am Engagement der Ehrenamtlichen sei für ihn die zunehmende Bereitschaft, sich für ein bestimmtes Amt und eine bestimmte Aufgabe, oft auch mit hohem persönlichem Zeitaufwand, zu qualifizieren.

Die Bereitschaft Jugendlicher zur Fortbildung, die Seelsorge im Klinikum, Mutter-Kind-Gruppen, die Ausbildung zur Altenseelsorge und noch mehr lasse hoffen, so Kräß. Zwar sei der ökumenische Aufbruch an manchen Stellen erlahmt, aber einen Weg zurück gebe es nicht, wenn auch noch jede Menge Stolpersteine in der Landschaft lägen.

Als «besondere Erfahrung» schilderte Kräß, wie er mit dem evangelischen Dekanatsausschuss und dem katholischen Regionalpastoralrat ins Elsass gefahren sei und dort bei einer Eucharistiefeier die Hostie gereicht bekommen habe. Für ihn sei es schwer nachvollziehbar, dass es beim Ökumenischen Kirchentag im nächsten Jahr nicht möglich sein solle, sich gegenseitig zum Abendmahl und zum Empfang der Kommunion einzuladen.

Die Werbung für eine Projektpatenschaft mit Tansania, vortragen von den Pfarrern Stefan Scheuerl (Lauben) und Dr. Martin Burckhardt (Steinheim) hatte Erfolg: Die Synode stimmte einstimmig zu, unter dem Namen «Memmingen hilft Waisen in Tansania» Spenden zu sammeln und eigene Kollekten einzurichten, um einen nachhaltigen Beitrag zur Betreuung von Aids-Waisen leisten zu können. Der Dekanatsausschuss will ein Komitee gründen, das konkrete Verträge mit den möglichen Partnern binnen Jahresfrist ausarbeite.

Dekanatsblatt bleibt erhalten

Obzwar das Dekanatsblatt «Die Gemeinde» in den vergangenen Jahren jeweils ein Defizit von etwa 8000 Euro aufgewiesen habe, plädierte Dekan Kräß für den Fortbestand. Die Finanzierung für die nächsten zwei Jahre sei gesichert, zum Abbau der «Unterfinanzierung» werde man sich aber Gedanken machen. Die Synode folgte seiner Empfehlung einstimmig.

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