Buchloe
«Es geht ums Prestige»

Wohin entwickeln sich die Feste der Stadt Buchloe? Wo will die Stadt hin? Wie steht sie im Vergleich mit den Nachbarstädten da? Und wie sieht es mit der Zukunft von Christkindlmarkt und Stadtfest aus? Um dies herauszufinden, lud die Buchloer Zeitung Vertreter der beteiligten Vereine, der Stadtratsfraktionen und den Bürgermeister zum Redaktionsgespräch. Bürgermeister Josef Schweinberger stellte dafür den kleinen Sitzungssaal im Rathaus zur Verfügung.

Die Leiterin der Lokalredaktion, Renate Meier, bedauerte es eingangs, dass sich der Gewerbeverein außer Stande sah, Vertreter zu dieser Gesprächsrunde zu entsenden. «Der Gewerbeverein hat uns mitgeteilt, dass er lieber interne, nicht öffentliche Gespräche mit den Beteiligten führen will. Das akzeptieren wir. Es soll uns jedoch nicht davon abhalten, uns Gedanken darüber zu machen, wie es mit den Festen der Stadt weitergehen soll», sagte Meier. Deutlich wurde in der Gesprächsrunde vor allem eines: Die Bereitschaft der Vereine, sich einzubringen ist da - auch wenn sie wenig verdienen können. «Diese Feste sind keine Einnahmequelle, sie sind Prestigearbeit», brachte es Siegmar Möhl vom Roten Kreuz auf den Punkt. Franz Hanslbauer (Fischereiverein) pflichtete ihm bei: «Es geht ums Repräsentieren, nicht um die Einnahmen.

» Sein Verein habe beim Stadtfest immer gerne Steckerlfisch verkauft. Inzwischen sei jedoch niemand mehr bereit, die Verantwortung zu übernehmen, auch behördliche Auflagen machten es den Vereinen oftmals schwer.

«Fest der Wirte»

Dass sich das Stadtfest inzwischen zu einem Fest der Wirte entwickelt hat, bemängelte Manfred Beck (SPD): «Was daraus wurde, ist enttäuschend.» Er forderte, «man muss das Sponsoring auf die gemeinnützigen Vereine ausweiten». «Am Stadtfest fehlt mir inzwischen das Bunte», meinte auch Elfi Klein (Grüne).

Dies hingegen schätze sie umso mehr beim Christkindlmarkt: «Es schaut doch eigentlich ganz gut aus: Jeder will, dass es dort eine gute Mischung gibt.» Amely Beutlrock (UBI) hatte zuvor die «heimelige Atmosphäre beim Christkindlmarkt gelobt und auf den «hohen Aufwand, den auch das Gewerbe betreibt», verwiesen. Die Gebühren, die der Gewerbeverein erhebt, bezeichnete sie als «moderat». Zudem stehe es den Vereinen frei, Aktionen auch anderswo zu starten.

«Dann würden wir aber nicht so viele Menschen erreichen», warf Franz Schmalholz vom Krankenhaus-Förderverein ein. Dessen Vorsitzender Ferdinand Boberach bedauerte es sehr, «dass niemand vom Gewerbeverein zu dem Gespräch kam, um manche Dinge klarzustellen».

Es müsse «schon noch möglich sein, gemeinsam etwas auf den Weg zu bringen», betonte Franz Nusser (Kolpingfamilie). Unterstützung fand er bei Michael Brenner, dem neuen Vorsitzenden der Stadtkapelle: «Wir wollen einfach nur spielen und aktiv mit dabei sein.» Das Schlusswort hatte Pfarrer Christian Fait: «Ich kenne den Markt bislang noch nicht, sehe aber, dass es nicht einfach ist, dabei zu sein.»

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