Buchenberg
«Es geht um unsere Zukunft»

Die Botschaft von Martina Raschke im Saal der Sommerau in Buchenberg war eindeutig: Die Zeit sei nicht mehr fern, in der sich Wirtschafts- und Energiekrise die Klinke in die Hand geben. Weshalb es wichtiger denn je sei für Kommunen und Landkreise, auf erneuerbare Energien wie Wasser, Wind, Solar oder Biomasse zu setzen oder vernünftiges Energiesparen noch mehr als bisher ins Bewusstsein der Menschen zu bringen.

Martina Raschke ist Mitbegründerin und Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung «Energiewende» im Oberland. Ihr Ziel: In 30 Jahren sollen sich die Landkreise Bad Tölz- Wolfratshausen und Miesbach mithilfe von erneuerbaren Energien und durch Einsparungen selbst versorgen können. Weil sie mit dieser Stiftung, der sich zahlreiche Kommunen, Landkreise, Unternehmen oder Handwerksbetriebe angeschlossen haben, auf einem guten Weg zu sein scheint, wurde sie nach Buchenberg eingeladen. Gemeindevertreter und Gewerbetreibende aus Maierhöfen, Betzigau, Oy oder Buchenberg nahmen vom engagierten Vortrag Raschkes vor allem eines mit: Nur wenn man über lokale Grenzen hinaus zusammenarbeite, kompromissbereit sei, Politik und Unternehmen mit ins Boot hole und den Ernst der Lage erkenne, könne Entscheidendes bewegt werden. Die Vorsitzende der «Energiewende»: «Immerhin geht es um unsere künftige Versorgung.»

Der Abend in Buchenberg geriet zwar nicht zur Plattform hitziger Diskussionen «Pro oder kontra Windkraft». Gleichwohl betonte Raschke, dass jede Region speziell ihre Ressourcen nutzen müsse. Und da stünden im Allgäu nun mal Sonne und Wind an oberster Stelle.

Martina Raschke blickte zurück auf die Anfänge ihrer Initiative. Damals, vor vier Jahren, sei sie wiederholt gegen verschlossene Türen gelaufen. Oder gegen eine Mauer des verständnislosen Kopfschüttelns. Ein Satz wie «So etwas brauchen wir hier nicht» drang immer wieder an ihr Ohr. Sie und ihre Mitstreiter ließen sich allerdings nicht entmutigen, und an jenem Tag, als sie Kommunalpolitikern und Bürgern konkrete Zahlen auftischte, vernahm sie ein deutlich hörbares Raunen. Ihre Rechnung: Der Landkreis im Oberland mit rund 200000 Einwohnern verbraucht in etwa 500 Millionen Euro an Energiekosten.

Durch den Einsatz von erneuerbaren Energien, so zeigte Raschke auf, könnten auf absehbare Zeit bis zu 200 Millionen Euro eingespart werden.

Und ihr Blick weiter voraus: «Im Jahre 2035 könnte der Landkreis autark sein und alle Kosten hier behalten.»

Ein Rechenbeispiel, das auch in der Sommerau für ein Raunen sorgte. Im Oktober 2005 brachten fast 100 Interessierte diese Bürgerstiftung auf den Weg, die inzwischen Projekte fördert (die von engagierten Bürgern ausgehen), massiv Öffentlichkeitsarbeit betreibt, ein dichtes Netzwerk aufgebaut hat und auch Referenten für Vorträge über folgende Themen vermittelt:

l Bürger-Solar-Kraftwerke auf öffentlichen Dächern, vorzugsweise auf Schulgebäuden.

l Blockheizkraftwerke auf der Basis nachwachsender Rohstoffe für Kleinwärmenetze.

l Kampagne zur Dämmung von Einfamilienhäusern.

l Kampagnen zum Energiesparen (privater und öffentlicher Bereich).

l Kampagnen zur Verbreitung von Hackschnitzel- , Pellets- und Biogasanlagen.

l Unterstützung beim Neubau und der Renovierung von Einfamilienhäusern unter Energieaspekten.

l Beratung von Kommunen zwecks Verwertung der bei Tiefen-Geothermie-Kraftwerken entstehenden Wärme.

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