Es geht schließlich um ein Haus für Menschen

Kaufbeuren (rö). - Der Grundriss des neuen Heinzelmannstiftes sieht in etwa aus wie eine liegende Sieben: Spitzwinklig abgeknickt, wird der Baukörper in die Ecke Heinzelmann-/Prinzregentenstraße gesetzt. Architekt Gerhard Ullmer aus München erklärte das Projekt im Anschluss an den Spatenstich bei einem Weißwurstessen im Mathias-Lauber-Haus. Bei dem Entwurf habe er sich an dem Zitat eines Architekten aus dem späten 19. Jahrhundert orientiert, das sinngemäß besage: Die atmosphärischen Eigenschaften sind für ein Haus wichtig, Ruhe, Heiterkeit, Einfachheit, Breite, Wärme, Stille im Sturm und Schutz, es müsse sich einfügen in die Umgebung, dürfe keine dunklen Gänge und Winkel haben und müsse einen angemessenen Rahmen darstellen für die Menschen, die darin leben. 'Wir haben uns bemüht, das umzusetzen', so Ullmer. Durch den abgewinkelten Baukörper entstehe ein Vorplatz an der Heinzelmannstraße - hier liegt später auch der Eingang ins Stift. Dadurch sei der Zusammenhang zur Öffentlichkeit hergestellt. 'Wir wollen Menschen in das Haus holen.' Gleichzeitig solle ein Ort entstehen, 'der eine unverwechselbare Bedeutung im Gefüge der Stadt bekommt'. Das Grundstück mitten in der Innenstadt sei prädestiniert für diese Aufgabe. Auf der anderen Seite des Hauses im Nordosten soll ein Innenhof entstehen, wobei darauf geachtet wird, dass der bereits bestehende Baumbestand erhalten bleibt. Alle Flure werden zum Innenhof hin verglast, so dass auch die Bewohner, die nicht mobil genug sind, das Heim zu verlassen, vom Fenster aus den Wandel der Jahreszeiten mitverfolgen können. Während der Vorplatz mit Terrasse und Café im Erdgeschoss für das Lebendige stehe, bilde der Innenhof den Pol des Kontemplativen, der Ruhe.

Alle Zimmer mit viel Sonne Man habe auch darauf geachtet, dass alle Bewohnerzimmer die gleichen Licht- und Sonnenverhältnisse haben. Alle 75 Zimmer, in denen insgesamt 80 Plätze eingerichtet werden, sind nach Süden oder Südwesten ausgerichtet. Sollte es im Sommer zu heiß werden, schaffen farbenfrohe Markisen Abhilfe. 'Ich habe da immer die Assoziation Grand-Hotel', so Ullmer. Damit auch bettlägige Patienten den Blick nach draußen genießen können, bekommt jedes Zimmer eine raumhohe Fenstertür. An der Spitze des viergeschossigen Baus ist jeweils ein Aufenthaltsraum mit einem tiefen Balkon geplant, von dem man die ganze Straße übersehen kann. Die Balkons sind so überdacht, dass sie im Sommer Schatten bieten, im Winter aber Sonnenstrahlen in die Aufenthaltsräume hineinlassen. 'Besonders wichtig ist auch die einfache Orientierung', meint der Architekt. Deshalb habe man am 'Knick' einen begrünten Lichthof als Orientierungsmerkmal geplant. In diesem Teil des Hauses liegen die Schwesterndienstzimmer und Aufenthaltsräume. Der Lichthof sei auch nutzbar beispielsweise für 'Installationen' oder jahreszeitliche Ausstellungen.

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