Oberallgäu
«Es geht auch um das Fasten von der Hektik»

Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Doch für wen sind die 40 Tage bis zum Osterfest noch eine bedeutende Zeit? Was verbinden wir mit der Fastenzeit? Die Heimatzeitung hat sich bei in der Kirche engagierten Oberallgäuern umgehört.

Für Wolfgang Lache, den Vorsitzenden des katholischen Pfarrgemeinderats in Immenstadt, ist das Fasten mehr als nur der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel. «Es ist für mich auch eine Zeit des Nachdenkens, der aktiven Teilnahme an den Veranstaltungen in unserer Pfarrgemeinde und dem bewussteren Umgang mit sich selbst und den Mitmenschen», sagt er. Als eine stille Vorbereitung auf Ostern sieht Dieter Müller-Pathle, Mitglied des evangelischen Kirchenvorstandes in Fischen, die Zeit des Verzichts und der Besinnung. «Ich versuche in diesen Tagen, mehr in mich zu kehren und mir stille Gedanken über das Leben und Gott zu machen, die im Alltag sonst oft untergehen».

Im christlichen Glauben wird die Fastenzeit als eine Zeit der aufrichtigen Bußhaltung und der Vorbereitung auf das Fest der Auferstehung Jesu Christi verstanden. «Das Osterfest lehrt uns, dass das Leben stärker ist als der Tod», erklärt Martina Ziegler, Gemeindereferentin der katholischen Pfarrei St. Michael in Sonthofen. Für sie ist es in der Fastenzeit deshalb wichtig, «selbst lebendiger zu werden» und scheinbar alltäglichen Dingen mehr Wert zu geben.

Auch Josef Hofmann, Pastoralreferent der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Oberstaufen, sieht die kommenden 40 Tage als Chance, intensiver zu leben: «Die Fastenzeit ist eine besondere Zeit für mich, es sind Tage des bewussteren Lebens.» Hofmann versucht, seine eigenen Gewohnheiten zu betrachten und mehr Sport zu treiben. Ihm genügt es nicht, nur geistig fit zu sein. «Wir sollten uns auch körperlich nicht gehen lassen», betont der Pastoralreferent.

Gottfried Metzger, Vorsitzender des katholischen Pfarrgemeinderats in Wertach, versteht die Wochen vom Aschermittwoch bis zum Osterfest als Zeit des geistigen Ruhens: «Es geht auch um das Fasten von der Hektik.» Heutzutage werde man getrieben von Stress, wolle immer mehr. Metzger ist es wichtig, zur Ruhe zu kommen: «Ich setze mich abends gerne einmal im Dunkeln hin und lasse meinen Gedanken freien Lauf.» Die Stunden, die man sonst mit Fernsehen verbringt, könnten optimal genutzt werden, um in sich zu kehren: «Beim Fasten vom Fernsehschauen gewinnt man eigentlich die Zeit der Ruhe».

Alle Befragten waren der Meinung, dass die knapp sechs Wochen helfen können, einmal abzuschalten und scheinbar überflüssigen Dingen mehr Gewicht zu geben.

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