Erziehungsfragen im ganz privaten Rahmen klären

Kempten(bec). - Wer derzeit ins Stadtteilbüro Thingers spaziert, kann's gar nicht übersehen: Ein großes Plakat, auf dem der Schriftzug 'Elterntalk' prangt. Eine neue Modererscheinung aus den USA, die Väter und Mütter zum gemütlichen Plauderstündchen einlädt? Mitnichten, erklären Priska Hecht und Thomas Reuß vom Stadtteilbüro. Eltern miteinander ins Gespräch bringen soll das Projekt sehr wohl. Doch dabei soll es vor allem um den erzieherischen Aspekt bei den Themen Fernsehen und Computer- und Konsolenspiele gehen. Und das im privaten Rahmen. In insgesamt 14 bayerischen Städten hat die 'Aktion Jugendschutz' das Projekt 'Elterntalk' gestartet. Träger ist das Diakonische Werk. 'Für den Elterntalk haben wir bisher sieben Mütter als Moderatorinnen ausgebildet', erklärt Priska Hecht, die auch Regionalbeauftragte für das Projekt ist. Diese Frauen sollten nun nach und nach andere Eltern über die Aktion informieren und erste Gesprächsrunden abhalten. Und so funktioniert's: 'Die Moderatorinnen sprechen Eltern an, die dann als Gastgeber fungieren', erklärt Priska Hecht. Diese Eltern wiederum sollten fünf bis sechs andere Bekannte mit Kindern ansprechen, um die Runde komplett zu machen. Der eigentliche 'Talk' finde dann ganz privat statt. Die Moderatorinnen führten zunächst in die verschiedenen Medien-Themen ein und leiteten dann das Gespräch. 'Es geht nicht darum, dass wir wo auftauchen und perfekte Lösungen vorschlagen', sagt Moderatorin Waltraud Göhring.

Den Eltern sollte geholfen werden, eine Gesprächsbasis zu finden. Durch Erfahrungsaustausch würden sich Lösungsansätze ganz von selbst ergeben. Göhring: 'Schon allein zu erfahren, dass es noch andere Eltern gibt, die täglich mit ihren Kindern endlose Diskussionen übers Fernsehen führen, kann weiterhelfen.' Bei schwierigen Themen sei es nie einfach, viele Eltern zu erreichen, erklärt Thomas Reuß den Sinn des 'Elterntalks'. In kleiner Runde sei es oft leichter, sich zu öffnen und über Probleme zu sprechen. Um auch Aussiedler und Türken zu erreichen, habe das Stadtteilbüro bei der Auswahl darauf geachtet, türkisch und russisch sprechende Eltern im Team zu haben. Von Thingers aus soll das Projekt nach dem Schneeballprinzip in der ganzen Stadt bekannt werden. Besonders interessant am 'Elterntalk' findet Reuß, dass Leute mit Kindern dabei auch über andere Themen ins Gespräch kommen können: 'Wir hoffen, dass sich die Gruppen über Erziehungsfragen im Allgemeinen austauschen und sich so gegenseitig Tipps geben und sich unterstützen.' Das liegt auch Moderatorin Margit Denzel am Herzen: 'Als Mutter von vier Kindern finde ich es wichtig, dass Eltern miteinander in Kontakt kommen.' Heutzutage würden Kinder oft als 'Einzelkämpfer' erzogen. Und aus Zeitmangel beschäftigten sich viele Eltern nicht mehr intensiv mit ihren Kindern. Deshalb begreife sie den 'Elterntalk' als Chance, Mütter und Väter an ihre Verantwortung zu erinnern und ihnen nahe zu legen, die Erziehung ihrer Kinder eben nicht dem Fernsehen oder anderen Medien zu überlassen. i Wer sich für den 'Elterntalk' interessiert, findet im Internet unter der Adresse www. elterntalk. net mehr Informationen. Auch das Stadtteilbüro Thingers hilft unter der Rufnummer (0831) 5124927 weiter. Dort liegen Infobroschüren auch in türkischer und russischer Sprache aus.

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