Erste Früchte eines Modellprojekts

Kaufbeuren | AZ | Wer als Senior an Demenz oder Depression erkrankt, kann oft nicht mehr allein leben. Um diesem Problem zu begegnen, gibt es seit einigen Monaten am Kaufbeurer Bezirkskrankenhaus ein Modellprojekt mit dem Namen 'Betreutes Wohnen in Familien (BWF)'. Kurz gesagt, bedeutet dies: Familien nehmen einen solchen Betroffenen in ihren Reihen auf. Eine Familie erhält dafür eine Aufwandsentschädigung von zirka 790 Euro monatlich. Seit Anfang des Jahres 2007 konnten über das Modellprojekt fünf ältere Menschen in Gastfamilien vermittelt werden.

Mitarbeiter des BWF schildern ein anschauliches Beispiel: Ein 65-Jähriger, der an einer frühen Alzheimer Demenz erkrankt ist, erlebte nach der Diagnoseerstellung ein wahres Martyrium: Seine Ehe ging in die Brüche, sein Bruder konnte ihn nur unzureichend versorgen, bei seiner Schwester blieb er nicht dauerhaft, weil der Wohnraum nicht ausreichend war. Durch die neue Form der Hilfe konnte für den Mann in einer Gastfamilie ein neues Zuhause gefunden werden, wo er mit Unterstützung der Familie die Anforderungen des täglichen Lebens bewältigen und auch aktiv seinen Interessen nachgehen kann.

Bei einer 81-Jährigen verbesserte sich die Situation ebenfalls. Sie kam in ihrer Wohnung nicht mehr zurecht. Mehrere Entlassungsversuche nach Krankenhausaufenthalten in ihre Wohnung scheiterten, so dass das Behandlungsteam überlegte, einen Platz in einem Seniorenheim für sie zu suchen. Parallel dazu überlegte man, ob nicht auch ein Leben in einer Gastfamilie für sie geeignet wäre.

Wohnform der Zukunft

In der Familie lebt die Frau nun sichtlich auf, besucht regelmäßig die Kirche, nimmt an verschiedenen Aktivitäten in der Gemeinde teil, hat Kontakt zu Nachbarn und auch im häuslichen Bereich kommt sie - mit Unterstützung der Familie - wieder gut zurecht. 'Die bisherige Resonanz und die erfolgreichen Vermittlungen zeigen, dass dies eine Wohn- und Versorgungsform mit Zukunft sein kann', so Sprecher des Bezirkskrankenhauses in einer Pressemitteilung.

Familien, die sich vorstellen können, einen älteren Menschen bei sich aufzunehmen und weitere Informationen zum Modellprojekt erhalten möchten, können sich bei der Sozialpädagogin Sabine Starkmann, Telefon (08341) 72-2200, melden.

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