Allgäu
Erneutes «Nein» zu Wasserkraftwerk

Die Regierung von Schwaben hat nun auch die Tektur zum Neubau eines Wasserkraftwerks an der Stillachklamm abgelehnt. Als Hauptgrund nennt sie die Lage der Anlage teilweise im Naturschutzgebiet «Allgäuer Hochalpen», in dem weder die Errichtung baulicher Anlagen, noch Grabungen und Bohrungen, die Verlegung von Leitung oder die Veränderung an einem Gewässer zulässig seien.

Bereits im Juli hatte die Regierung den Erstantrag der Investoren zum Bau des Kraftwerks abgelehnt und keine Befreiung von den Verbotsbestimmungen erteilt. Darauf reichten die Investoren eine Tektur ein. Das Maschinenhaus sollte demnach - entgegen der ursprünglichen Pläne - außerhalb des Natura-2000-Gebiets auf Rechtlergrund liegen. Die Rechtler wollten als Investoren mit in das Vorhaben einsteigen. An der Wasserentnahme allerdings hätte sich nichts verändert.

Der Naturschutzbeirat schaute sich bei Behandlung der Tektur die Lage selbst an, während der Ortsbegehung protestierten Naturschutzverbände. Obwohl nicht-öffentlich geplant, kamen bei dem Termin kurzfristig sowohl Befürworter als auch Gegner des Projekts zu Wort.

Inzwischen liegen das Urteil des Naturschutzbeirats und die Absage der Regierung schriftlich vor: Auch mit der Tektur habe sich aus naturschutzfachlicher Sicht keine Änderung der Sach- und Rechtslage ergeben. «Die Regierung von Schwaben kann sich über das Votum des Naturschutzbeirates nicht hinwegsetzen», heißt es wörtlich.

Stellung genommen hat dazu bereits der Bund Naturschutz. «Wir hoffen, dass diese Entscheidung Vorbildcharakter für andere Wasserkraftwerksprojekte in Naturschutzgebieten hat», sagt Thomas Frey, BN-Regionalreferent Schwaben. In den wenigen noch verblieben naturnahen Flussabschnitten in Naturschutzgebieten habe die Gewässerökologie Vorrang vor der CO2-neutralen Stromgewinnung.

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