Bad Hindelang
Erinnerung ans Tabak-Trinken

Alte Tabakspfeifen zeigen die «Tee-Stuben» auf dem Bad Hindelanger Gailenberg bis Ende Februar. Die verschiedenen Ausstellungsstücke skizzieren dabei die Entwicklung von der Tonpfeife bis zur modernen Tabakspfeife aus Bruyèreholz.

Tabakspfeifen bestehen - neben den ursprünglichen aus Ton und Holz - auch aus dem wertvollen Meerschaum, einem porösen, gut schnitzbaren Mineral, aus Kürbis, Porzellan, ja sogar aus Glas. Die Pfeife in der heutigen Form existiert in Europa seit dem 15. Jahrhundert, als Christoph Columbus den Tabak von Amerika nach Spanien mitbrachte. Der Komponist Johann Sebastian Bach, der der Tabakspfeife sogar eine Arie widmete, Philosophen wie Ernst Bloch oder Immanuel Kant, Schriftsteller wie Günter Grass und Politiker wie Herbert Wehner waren berühmte Pfeifenraucher.

Der Kölner Arzt und Autor Fred Meschede, seit vielen Jahren mit Zweitwohnsitz in Rettenberg, dem die Ausstellungsstücke zu verdanken sind, hielt in den «Tee-Stuben» einen ausgezeichneten Vortrag zum Thema Tabakpfeifen und Tabak, der Anfang des 17. Jahrhunderts nach Deutschland kam. Sprach man ursprünglich vom «Tabak-Trinken», weil er wie Alkohol schwindelig machte, so berichtet Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen von den Soldaten im 30-jährigen Krieg, dass sie den Tabak rauchten, schnupften und kauten.

Die Köpfe der ersten Tabakpfeifen entstanden in Holland und waren aus weißem Ton gefertigt, der mit einer Marke gekennzeichnet wurde. Wegen der Zerbrechlichkeit wurden sie in einem Futteral aufbewahrt. Beliebt waren die Pfeifen aus türkischem Meerschaum, weil man deren Kopf in vielfältiger Weise schnitzen konnte.

Alle europäischen Pfeifen haben jedoch ihren Ursprung in den Friedenspfeifen, den «heiligen Pfeifen» der Indianer, die schon vor der Entdeckung Amerikas bei vielen Anlässen in Gebrauch war.

Ausstellung: «Na, du alte Pfeife» - Alte Tabakpfeifen und altes Rauchzubehör, Tee-Stuben, Gailenberg, Bad Hindelang, bis 28. Februar. Informationen unter Telefon 08324/2533 oder 428.

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