Lindenberg
Erdbeermarmelade hält Seniorenhirne fit

Gespannt sitzen fünf Seniorinnen und Kursleiterin Gabi Wipper in der Begegnungsstätte des Lindenberger Seniorenzentrums St. Martin am Tisch und schauen Doris Hollaschke erwartungsvoll an. Die braun gelockte, ältere Frau lächelt verschmitzt in die Runde und zählt konzentriert auf: «Die Eiszapfen an den Füßen, die Stehlampe am Knie, das Bauchweh am Oberschenkel»

Als die Seniorin beim Merkwort Erdbeermarmelade angelangt ist, dreht sie den Kopf nach links und deutet mit der Zunge ein Ablecken der Schulter an. Herzliches Gelächter rundum. Doris Hollaschke beendet ihre Aufzählung, die anderen sechs Frauen applaudieren.

«Eine solche Memotechnik funktioniert nicht nur mithilfe von Körperteilen, sondern auch mit der Vorstellung eines Raumes und seiner Möblierung», erklärt die Kursleiterin. Die Frauen nicken und Gabi Wipper fügt an, dass es besonders gut gehe, wenn die Kombinationen der zu merkenden Wörter und die bildliche Vorstellung absurd sei. Wieder kollektives Nicken.

Bis auf eine, besuchen die älteren Damen das Gedächtnistraining mit Gabi Wipper schon seit mehreren Jahren. «Hier kann ich mich austauschen, es ist immer lustig, jeder wird mit einbezogen und das Gehirn wird angeregt. Das ist mir wichtig», begründet Antonie Zenkel (74) ihre Teilnahme an dem Gedächtnistraining in der kleinen Runde. Ähnliche Gründe haben auch die anderen Frauen. «Ja, es macht jedes mal sehr viel Spaß, ich bekomme hier viel Anregung,» sagt auch die ehemalige Erzieherin Ingrid Dölker, die mithilfe eines Rollators vom Pflegeheim zum Kursort herüberkommt.

Nicht nur Bewegung, Koordinationsübungen, Wortspiele, Memotechnik und Geschichtenerzählen gehören zum Kursinhalt. Gabi Wipper fördert mit Stichworten wie Einsamkeit oder Doping auch die Diskussion über verschiedene Themen. So fließen neben der Beschäftigung mit dem Zeitgeschehen auch persönliche Erfahrungen und Erinnerungen mit ein.

Mit Pistole und Kugel

Gabi Wipper formt die rechte Hand zur Pistole, die linke ballt sie zur Faust. «Das ist die Kugel», sagt sie. Flugs schiebt sie dann die linke Hand nach vorne. In der Bewegung wird sie von der Kugel zur Pistole und ebenso schnell vollzieht sich die Verwandlung mit der rechten Hand, die dann als Kugel auf der Brust liegt.

Kaum von der Gedächtnistrainerin vorgemacht, werden zwölf weitere Hände abwechselnd zur zielenden Pistole und der treffenden Kugel. Zum Abschluss liest die Kursleiterin noch die Geschichte einer Frau vor, die für jedes schöne Erlebnis am Tag eine Bohne aufbewahrt, währenddessen trinken die Seniorinnen ihren Tee aus.

Zwei Blätter Lustaufgaben

Zwei Blätter mit Haus- beziehungsweise Lustaufgaben bis zum nächsten Treff packen die Damen gleich darauf ein. Und eine Handvoll Bohnen. Die erinnern Antonie Zenkel und die anderen Seniorinnen diesmal an einen anregenden, unterhaltsamen und lustigen Nachmittag.

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