Erbitterter Streit um Trauerweide

Kaufbeuren/Ostallgäu (bbm). - Die Fronten waren zunächst total verhärtet, und es bedurfte erheblicher Überzeugsarbeit seitens der Richterin, um zwei Nachbarsfamilien aus dem nördlichen Landkreis im Gütetermin vor dem Zivilgericht doch noch zu einem Vergleich zu bewegen. Die gegnerischen Parteien, die sich offenbar seit rund zwei Jahren mit Vorwürfen und Prozessen überziehen, hatten zuvor erbittert um überstehende Äste einer Trauerweide und um einen Maschendrahtzaun gestritten. Im Vergleich verpflichtete sich dann die Klage-Seite, eine eventuelle Lücke in besagtem Maschendrahtzaun zu schließen. Im Gegenzug lässt das beklagte Nachbars-Ehepaar seine rund 20 Meter hohe Trauerweide von einem Fachmann so beschneiden, dass herabfallende Äste nicht mehr auf dem Grundstück der Klägerin landen können. Die Frau hatte sich und ihre Familie in Gefahr gesehen und auf Entfernung der auf ihr Grundstück überstehenden Äste geklagt. Die Beklagten hielten dagegen, dass der Baum durch einen einseitigen Beschnitt womöglich eingehen könnte, und ihr denkmalgeschütztes Wohnhaus dann ohne Sturm- und Blitzschutz wäre. Ein weiterer Streitpunkt war der Zaun zwischen den beiden Grundstücken. Dieser sei auf einem Teilstück vom Lebensgefährten der Klägerin entfernt worden, so dass in der Folge diverse Haustiere frei im Dorf herumspazierten, erklärten die Beklagten.

Dazu die Klägerin: 'Der Zaun steht noch da.' Wie sich herausstellte, gab es zuvor schon Rechtsstreitigkeiten um den exakten Verlauf der Grundstücksgrenze. Was nun allerdings genau der Auslöser für die Streitigkeiten war, ließ sich anhand der Verhandlung nicht eindeutig feststellen. Offenbar hatten die Auseinandersetzungen kurz nach dem Einzug der Klägerin vor rund zwei Jahren begonnen und waren in der Folgezeitig eskaliert. Vor Gericht war von Beschimpfungen, Tätlichkeiten und Anspucken die Rede. Die möglichen strafrechtlichen Aspekte spielten im jetzigen Verfahren keine Rolle. Und auch der Zivilprozess zeigte neben der juristischen Seite vor allem ein zwischenmenschliches Drama, in dem sich die Parteien nach Einschätzung der Richterin 'das Leben gegenseitig zur Hölle machen' und sich auch in ihrem Umfeld isolieren. Um vielleicht doch noch 'irgendwann halbwegs einen Neuanfang zu schaffen', riet sie dringend zu einer gütlichen Einigung. Denn: 'Egal, wer den Prozess hier gewinnt - es werden beide Parteien verlieren, nämlich an Lebensqualität.' Nachdem es lange Zeit so aussah, als würden die Appelle ungehört verhallen, waren die Nachbarn am Ende doch noch zu einer gütlichen Einigung bereit. Vor dem Kadi

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