Enzensberg war Wegbereiter

Hopfenam See(asp). - Wiedersehen wurde gefeiert, Erinnerungen wurden geweckt und die Qualität der in der Fachklinik Enzensberg praktizierten Rehabilitations-Medizin gewürdigt. Die Feier des 20-jährigen Bestehens der Neurologie war am Samstag aber auch ein Dankeschön an die Mitarbeiter: 'Sie tragen dafür Sorge', sagte beim wissenschaftlichen Symposium kaufmännischer Direktor Siegbert Heyen, 'dass sich der Gesundheitszustand unserer Patienten Tag für Tag bessert.' Als vor 20 Jahren die Abteilung Neurologie auf dem Enzensberg etabliert wurde, war das 'die beste Entscheidung der Geschäftsführung', blickte Heyen zurück. Für die fachliche Kompetenz sorgte der damalige Chefarzt Dr. Anton Weichenmeier. 'Und die von Physiotherapeut Werner Münz initiierten Team-Strukturen ziehen sich heute noch durchs Haus', unterstrich Heyen das Miteinander von Ärzten, Therapeuten und Pflegedienst. Zum Jubiläum waren alle bisherigen Chefärzte der Neurologie auf den Enzensberg zurückgekehrt. Beim Symposium waren sie die Referenten und schauten auch zurück. 'Als ich vor 20 Jahren anfing, musste ich in ganz Bayern hin und her fahren, um bei den Kollegen über den Sinn der neurologischen Rehabilitation zu referieren', erzählte Dr. Weichenmeier. Er tat's mit Erfolg. In der Folge machte sich die Fachklinik Enzensberg auf diesem Gebiet mehr und mehr einen Namen. 'In der Neurorehabilitation war unsere Klinik Wegbereiter', freute sich Dr. Steller, der heutige Chefarzt der Neurologie.

'Kind' in Herzogenaurach Dr. Weichenmeier war für seine Kollegen in gewisser Weise auch Lehrmeister: 'Ich hab' als Assistent bei ihm angefangen und von ihm und später von Dr. Prosiegel viel gelernt', gestand Dr. Wilfried Schupp. Er ist heute Chefarzt der Neurologie der Fachklinik Herzogenaurach (ein 'Enzensberg-Kind'). Auch Dr. Prosiegel denkt an seine Zeit in Hopfen dankbar zurück: 'Ich habe in der Fachklinik viel gelernt', gestand der jetzige Chef der Neurologischen Klinik Tristanstraße in München. Auf dem Enzensberg arbeiten die verschiedenen Abteilungen Hand in Hand. Dabei wird das 'interdisziplinäre Behandlungskonzept' immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Dr. Steller ging darauf ein und kam zu dem Ergebnis: Patienten, die eine Organerkrankung haben, der sich ein Leiden des Nervensystems aufpfropft, 'bedürfen einer langen klinischen Behandlung. Sie sind nach drei Wochen Rehabilitation nicht zu entlassen'. Die von Steller zum Ausdruck gebrachte Kritik an den Auswirkungen der Gesundheitsreform klang auch bei anderen Referenten durch. Den Grenzbereich zwischen Neurologie und Psychologie bei der Behandlung funktioneller Störungen beleuchtete Dr. Anton Weichenmeier. Er zeigte Leitlinien der Therapie bei anhaltenden, nicht erklärbaren Störungen auf ('früher wurden solche Patienten gleich ins Abseits gestellt'), riet seinen Kollegen zum Schutz vor Operationen und plädierte für die physikalische Therapie. Sie steht auf dem Enzensberg im Mittelpunkt und führt beispielsweise nach einem Schlaganfall Patienten wieder an die selbständige Bewältigung alltäglicher Aufgaben heran. 'Die Methoden und die Techniken der Physiotherapie waren und sind das Handwerkszeug der Therapeuten', betonte Physiotherapeut Werner Münz.

Besuch von Hannelore Kohl Dr. Ralf Sudhoff, Oberarzt auf dem Enzensberg, beleuchtete den Einsatz neuer Medikamente. Er berichtete dabei auch von Tierversuchen zur Entwicklung von Präparaten zur Linderung von Depressionen. Dr. Schupp sprach über sozialmedizinische Aspekte und erinnerte an den Besuch von Hannelore Kohl. Die inzwischen verstorbene Frau des ehemaligen Bundeskanzlers hatte als Vorsitzende der Hilfseinrichtung 'ZNS' für Schädel-Hirn-Verletzte der Fachklinik Enzensberg eine 75000-Mark-Spende überbracht. Dr. Mario Prosiegel stellte moderne Untersuchungsmethoden im Bereich neurologischer Erkrankungen vor. Diese 'bildgebenden Diagnose-Verfahren wie Computer- oder Kernspin-Tomographie sind ein Segen für die Betroffenen und zum Wohl der Patienten', betonte er.

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