Entscheidung über Umgehung vertagt

Ruderatshofen (hie). - Heftig diskutiert wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Ruderatshofen und in der vorherigen Beteiligtenversammlung über die Trassenführung der geplanten Ostumgehung. Der Widerstand mehrerer betroffener Bürger und die Bedenken des Gemeinderates führten schließlich zu einer Vertagung der Entscheidung über die neue Straße. Gerhard Baumgartl, Leiter des Tiefbauamtes im Landratsamt, erläuterte in der Beteiligtenversammlung die Planung für die so genannte 'Amtstrasse' der Ostumfahrung. Zugleich stellte er eine weitere, von Anliegern ins Spiel gebrachte Variante vor: Diese verläuft östlich der Amtsstraße in Richtung Apfeltrang, knickt dann aber in einem rechten Winkel ab und mündet in Höhe des Leichertshofener Stadels wieder in die Kreisstraße OAL 7. Die Anliegervariante zerschneide im Gemeindegebiet weniger Grundstücke und könnte mittel- oder langfristig als Ortsumgehung von Apfeltrang weitergeführt werden. Sie wäre jedoch rund 700 Meter länger als die 'Amtstrasse' und wegen der notwendigen Kreisverkehre auch um 450000 Euro teurer. Baumgartl stellte klar, dass angesichts der finanziellen Situation des Landkreises die Realisierung der teueren Variante unrealistisch sei. Als Knackpunkt der Planung erwies sich der für die Umgehung notwendige, höhen-freie neue Bahnübergang: Bei der Schließung des alten Übergangs würde sich die Bahn AG zu einem Drittel an dessen Kosten beteiligen - was laut Baumgartl immerhin 800000 Euro ausmacht. Bliebe der alte, renovierungsbedürftige Übergang bestehen, würde die Bahn diesen ausbauen und sich an den Kosten eines weiteren Übergangs nicht mehr beteiligen. Deshalb kommt laut einer von Bürgermeister Johann Stich verlesenen Stellungnahme des Landratsamtes die Beibehaltung des alten Übergangs nicht in Frage.

Umweg zu groß Gegen eine Schließung des alten Bahn-übergangs sprachen sich mehrere Beteiligte aus Hiemenhofen und dem Bahnhofsviertel aus. Um nach Ruderatshofen zu gelangen, müssten sie in Zukunft auf der neuen Umgehungsstraße bis zur Kreuzung mit der OAL 5 fahren und dann aus Richtung Ebenhofen in den Ort kommen. Sie bemängelten dies als eine für sie unzumutbare Verkehrsführung. Gegen die mit der Umgehungsstraße einhergehenden Grundstückszerschneidungen wetterte ein stark betroffener. Er machte unmissverständlich klar, dass er keinen Grund für die Straßenbaumaßnahme hergeben werde. Bürgermeister Stich unterbreitete seinen Bürgern ein 'Güteangebot': Ein Sachver-ständiger von der Flurbereinigungsdirektion Krumbach habe angeboten, eine 'Minibereinigung' für durch den Straßenbau durchtrennte und schwer bewirtschaftbare Flächen durchzuführen. Er habe auch die Wiederherstellung einer ehemaligen Brücke westlich des jetzigen Übergangs angeregt.

Weiteres Gespräch gesucht Die Diskussion im Gemeinderat im An-schluss an die Beteiligtenversammlung spiegelte die Vorbehalte gegen die vorgestellte Planung. Bürgermeister Stich und die Mehrheit seiner Räte bauten deshalb auf das Angebot des Sachverständigen: Der Gemeinderat bekräftigte sein grundsätzliches Votum für eine Umgehungsstraße, beschloss jedoch vor einer endgültigen Entscheidung die Flurbereinigungsdirektion und die betroffenen Hiemenhofener zu einem Gespräch über eine bessere Anbindung und einen Ausgleich von Grundstückshärten einzuladen

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