Marktoberdorf
Engel beleuchten die Stadt

«Hey, total cool.» So sitzen Jenny, Vroni, Marco, Sabrina, Carina, Nessy, Julia, Hasan und Simone - der Rest der Klasse 7a fegt gerade den Hof der Don-Bosco-Schule - um den Tisch und pinseln mit Feuereifer an ihrem Gemeinschaftswerk. Engel lachen einem da entgegen. Sie tragen Kerzen, über ihnen schwebt eine Wolke - und die Zahl 17. Denn ihr Bild ist das 17. Fenster, welches künftig das Adventshaus in der Meichelbeckstraße in Marktoberdorf ziert.

Bisher war das Gebäude aus der Erbschaft von Emmi und Clemens Fendt alles andere als ein Adventshaus. Seit geraumer Zeit nutzt die Gemeinschaft «Mitten in Marktoberdorf» das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus für ihre Veranstaltungen und ab 1. Dezember eben als strahlenden Adventskalender.

Die Idee dazu hatte der Architekt Peter Ossenberg: «Jedes Mal, wenn ich vom Weihnachtsmarkt kam, war dieses schwarze Loch an markanter Stelle.» Warum also nicht erhellen? Diese Frage trieb ihn um, bis er den leuchtenden Einfall hatte. Als Mitglied der Lenkungsgruppe von «Mitten in Marktoberdorf» trug er dort seinen Gedanken vor und lief damit offene (Advents-)Türen ein. Ulrike Wieser, die ebenfalls dem Gremium angehört und Lehrerin ist, knüpfte den Kontakt zu den Schulen. Das Ziel: eine gemeinsame Malaktion.

Gesagt, getan. Von den Grundschulen über Förder- und alle weiterführenden Schulen bis zur Berufsschule versuchen sich seitdem viele junge Künstler.

Unterstützt werden sie von der Stadt und von Sponsoren. Denn hinter jedem Fenster steckt eine Person oder eine Firma, die das Werk unterstützt. «Noch sind nicht alle Fenster vergeben. Spender sind gern gesehen», wirbt Projektmanagerin Nicole C. Becker.

Ganz Klasse liegt am Boden

Gleich einen ganzen Vormittag räumte sich die 8b der Realschule frei. Bei fast sommerlichen Temperaturen mussten sich die Mädchen und Buben mit Advent und Weihnachten befassen. Gar nicht einfach, aber es klappte, berichtet Silvia Düsterhöft, die in der Schule die Aktion mit Studienreferendaren leitet. Am Ende lag die ganze Klasse auf dem Boden und malte, was die Farbtöpfe hergaben. «Wir hatten jede Menge Spaß und dabei sind tolle Sachen entstanden», sagt sie.

Spaß hatten auch die Jugendlichen der Don-Bosco-Schule am Marktoberdorfer Gemeinschaftsprojekt, das wegen seiner praktischen Umsetzung genau ins Fach «Berufs- und Lebensorientierung» passe, wie Hermine Hengge, die Klassleiterin der 7a, erzählt.

Auf Papier entwarfen die Schüler die Motive, wählten die Besten aus und übertragen sie seither stundenweise auf die Plexiglasscheibe. Die soll Anfang nächster Woche am Fendt-Haus angebracht werden. Dazu sind noch, weil das Gebäude keine 24 Fenster zählt, Holzkästen aus Don-Bosco-Produktion nötig.

Die Jugendlichen freuen sich schon auf den Augenblick, an dem sich ihr Fenster öffnet. «Das wird bestimmt toll», sind sich alle einig. «Und wenn wir später durch die Stadt gehen, dann können wir immer sagen: Das war unsere Klasse, das haben wir gemacht», sind Jenny und ihre Mitschüler stolz.

Denn solange das Haus steht, sollen die Bilder in der Adventszeit erstrahlen.

Und doch gibt es am Projekt eine Sache, die ist «völlig uncool»: «Das ist, wenn uns die Farbe ausgeht», bedauert Nessy. So wie gestern. Der Nachschub ist bereits geordert. Heute wird der Himmel um den Engel herum vollendet.

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