Energiemanagement macht sich bezahlt

Kempten (pa). - Energiesparen lohnt sich, für den Geldbeutel und für die Umwelt. Und wo viel Strom, Wärme und Wasser verbraucht wird, da macht sich das auch im großen Stil bemerkbar. So summieren sich bei der Stadt seit Einführung eines professionellen Energiemanagements vor vier Jahren die Einsparungen auf 621000 Euro. Dass der Kämmerer gleichwohl unterm Strich höhere Rechnungen begleichen muss, hängt mit den rapide gestiegenen Energiepreisen zusammen. So liefen im Jahr 2003 bei der Stadt Energiekosten von insgesamt 1,92 Millionen Euro auf, im Jahr davor waren es noch 1,83 Millionen Euro. Ohne Sparmaßnahmen freilich, rechnete Energiemanager Hans Räth jetzt bei seinem Energiebericht im Umweltausschuss vor, wäre die Jahresrechnung 2003 noch um 284000 Euro höher ausgefallen. Am empfindlichsten, nämlich um 37 Prozent innerhalb von vier Jahren, schlagen die gestiegenen Öl- und Erdgaspreise bei den Kosten für Heizwärme durch.

Kohlendioxid reduziert Erfreulicher als der Blick auf die Kostenseite sind die Einspareffekte für die Umwelt. So wurde seit dem Vergleichszeitraum 1999/2000 der Ausstoß des Umweltschadstoffs Kohlendioxid um über 20 Prozent auf 8100 Tonnen pro Jahr gesenkt. Diese Reduzierung entspricht dem, was über 500 Ein-Familien-Häuser jeweils in die Luft pusten. Direkt durch den Kamin und indirekt über den Stromverbrauch. Allein mit der Heizenergie, so Räth, die in städtischen Liegenschaften eingespart wurde, könnte man mehr als 350 Ein-Familien-Häuser beheizen. Wobei es allerdings teilweise krasse Unterschiede gibt. So sieht, im Unterschied zu anderen Schulen, beispielsweise die Energiebilanz der Robert-Schuman-Schule vergleichsweise schlecht aus. Was aber nicht etwa an mangelnder Bereitschaft der Verantwortlichen liegt, so Hochbauamtsleiter Hans Henkel, sondern schlicht und einfach an der fehlenden Wärmedämmung. Der totale 'Ausreißer' nach oben ist beim Wärmeverbrauch das Übergangswohnheim für Spätaussiedler an der Duracher Straße. Das liegt laut Räth daran, dass die Bewohner die Zimmertemperatur 'übers Fenster regulieren', weil sie an moderne Heiztechnik noch nicht gewöhnt seien. Auf das 'Nutzerverhalten' habe die Stadt allerdings keinen Einfluss. Zuständig, auch für die Heizkosten, sei die Regierung von Schwaben, und die habe man schon mehrfach auf diese Energieverschwendung hingewiesen. Bislang ohne Erfolg. Was übrigens auch den Aussiedlern selbst eher schadet. Denn wenn die schließlich eine Mietwohung gefunden haben und die erste Heizrechnung präsentiert bekommen, fallen sie nach den Erfahrungen von Wohnungsgesellschaften oft aus allen Wolken.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018