Kaufbeuren
Elektronische Steuererklärung erspart Wartezeiten

Wer seine Steuererklärung im Servicezentrum des Kaufbeurer Finanzamts einreichen will, muss mit längeren Wartezeiten rechnen. Seit diesem Jahr sind nämlich die bayerischen Finanzbehörden verpflichtet, die Daten der dort eingehenden Erklärungen durch einen so genannten Risikofilter laufen zu lassen. «Hintergrund ist die Gleichbehandlung gegenüber den Fällen, die per Post oder elektronisch abgegeben werden», erklärt Finanzamtsleiter Maximilian Stock. Deshalb müssen die Mitarbeiter nun die wichtigsten Daten der Steuerzahler direkt erfassen. Erkennt der Risikofilter an einem der vier Terminals im Finanzamt Kaufbeuren Auffälligkeiten, reagiert die Maschine umgehend mit Nachfragen. Ist der Besucherandrang im Servicezentrum allerdings groß, werden die Erklärungen wie bisher lediglich angenommen und erst später per Risikofilter überprüft, um zu lange Wartezeiten zu vermeiden.

Die Steuererklärungen werden in diesen Fällen dann zunächst zum Scannen weitergegeben. Bereits seit Beginn vergangenen Jahres fungiert die Kaufbeurer Behörde hier neben dem Finanzamt Bad Neustadt als eines von zwei bayerischen Pilotämtern. Um künftig für eine etwaige Personalentlastung zu sorgen, werden dabei testweise die Erklärungen (nicht jedoch die Belege) maschinell eingescannt, was das Eingeben der Daten von Hand ersetzen soll. Bislang steckt das Pilotprojekt laut Behördenleiter Stock aber noch in den Kinderschuhen: «Weil das Gerät die Daten teilweise fehlerhaft einliest, entstehen notwendige Kontroll- und Korrekturarbeiten.» Dadurch könne sich die Bearbeitungszeit eines Steuerbescheides um einige Tage verlängern. «Es gibt da noch technischen und organisatorischen Nachholbedarf», gesteht der Amtschef.

Ob sich das Verfahren mit entsprechenden Nachbesserungen durchsetzen wird, sei derzeit nicht absehbar.

Um derlei Problemen und längeren Wartezeiten zu entgehen, rät Stock generell zur Steuererklärung per «Elster». Wer seine Unterlagen mit dieser Computer-Software bearbeitet, darf auf eine bevorzugte und damit schnellere Bearbeitung hoffen - auch weil die Daten eben nicht eingescannt werden müssen. «Zugegeben, das Programm hatte in der Vergangenheit seine Kinderkrankheiten», bekennt Stock. «Es wird aber von Jahr zu Jahr optimiert und hat entscheidende Vorteile.» So müssen nur die gesetzlich vorgeschriebenen Belege eingereicht werden, Plausibilitätskontrollen sowie die Berechnung der Steuerschuld oder des Erstattungsbetrages finden bereits bei der Erstellung der Erklärung statt und auch die mögliche Übernahme von Daten des Vorjahres vereinfacht den Prozess.

Laut Stock nutzt derzeit rund ein Viertel der betroffenen Bürger die Software für ihre Steuererklärung.

Damit das elektronische Verfahren in Zukunft mehr Anklang findet, hat er einen weiteren Anreiz zu bieten: Wer bis zum 31. Mai seine Erklärung per Elster abgibt, nimmt an einer bayernweiten Verlosung teil, bei der als Hauptpreise ein Mini Cooper Cabrio und Wellnessreisen sowie weitere Sachpreise winken.

Das Programm Elster kann im Internet unter www.elsterformular.de heruntergeladen werden. Auf CD ist das Programm ab Anfang Februar im Servicezentrum des Finanzamts erhältlich.

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