Einzigartiges Fastenfest in Pless

Von Stefanie Dodel, Pless/Fellheim - Einen über das Unterallgäu hinaus einzigartigen Festtag feiert die Pfarrgemeinde Pless-Fellheim am kommenden Freitag, 5. März. Dann begehen die Katholiken das so genannte Plesser Fastenfest, dessen Ursprung bis auf das Jahr 1697 zurück geht. Bis in die 50er Jahre war das Fastenfest sogar ein Feiertag in der Gemeinde: Die Schule und sämtliche Geschäfte blieben geschlossen, Verwandte und Bekannte wurden zum Festessen eingeladen, erzählt Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Gerhard Lentschig. Wegen eines Kreuzwunders war die Heilig-Kreuz-Kapelle zwischen Fellheim und Pless von 1685 bis 1687 erbaut worden. Die finanziellen Mittel waren zum Großteil von der Familie Fugger gestiftet worden. Zehn Jahre später wurden die Fastenpredigten dort dann auf Bitten der verwitweten Reichsgräfin Fugger von Boos eingeführt. Damals noch an fünf Fasten-Freitagen. An diesen Tagen pilgerten auch die Bewohner der umliegenden Gemeinden und dem angrenzenden Baden Württemberg zur Kapelle, wie Rudolf Schertler erzählt. Seit 35 Jahren ist er Mesner der Kapelle.

Kirche immer gut gefüllt Das erste Fest in der heutigen Form dürfte laut Schertler in den Jahren 1870/71 abgehalten worden sein. Seitdem werde es immer am zweiten Freitag der Fastenzeit gefeiert. Früher seien ab 6 Uhr morgens Heilige Messen und Beichtgelegenheiten angeboten worden, um 9 Uhr habe dann das Hochamt statt gefunden. Die Pfarrkirche, in die das Fest 1801 aus Platznot gelegt wurde, sei damals ab 6 Uhr morgens ständig gefüllt gewesen, erzählt Schertler. 'Früher sind ganze Scharen zum Fastenfest nach Pless gekommen. Heute ist es leider nur mehr ein Abglanz von früher', sagt der Mesner. Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Lentschig hofft, dass in diesem Jahr das Fastenfest wieder neu belebt wird. Ihm sei bewusst, dass Berufstätige dafür extra Urlaub nehmen müssen. Deswegen habe man im Pfarrgemeinderat auch schon über das Verschieben des Fastenfestes diskutiert. 'Ich bin allerdings der Meinung, dass dieser Tag eine gewisse Wertstellung verdient', sagt er. Er sollte deshalb auch in Zukunft am Freitag gefeiert werden. Der Kirchenchor habe bereits ein Zeichen in diese Richtung gesetzt und werde am Freitag erstmals wieder auftreten. 'Ich hoffe, dass das Fastenfest wieder gut besucht wird', sagt Lentschig. Die Zahl der Gottesdienst-Besucher sei in den letzten Jahren nämlich rückläufig gewesen. 1952 hätten noch insgesamt rund 1000 Menschen die Kommunion empfangen, erinnert sich Mesner Schertler. Damals habe der Plesser Bäcker laut vorhandenen Aufzeichnungen nach der Messe rund 2000 Brezen an die Wallfahrer verteilt. i Am 5. März wird ab 8.30 Uhr eine Beichtgelegenheit mit Aushilfe angeboten, ab 9 Uhr findet ein Rosenkranz und ab 9.30 Uhr ein Heiliges Amt mit Predigt in der Plesser Pfarrkirche statt. Um 19 Uhr beginnt eine Kreuzwegandacht.

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