Einspruch gegen Hochwasserdamm

Diskussion um den Hochwasserschutz an der Leiblach in Sigmarszell geht weiter Sigmarszell (bu). Der Hochwasserschutz an der Leiblach ist für den Bürgermeister von Sigmarszell, Walter Matzner, ein ungelöstes Problem. Er will Einspruch bei der Bezirkshauptmannschaft Bregenz einlegen. Hintergrund ist der auf österreichischer Seite der Leiblach errichtete Hochwasserdamm, der nachträglich genehmigt werden soll. Im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen hat sich laut Matzner im jüngsten Bescheid einiges geänder.

Die Geschichte dieses deutsch-österreichischen Grenzkrimis geht Jahre zurück. Die österreichische Nachbargemeinde Hörbranz hat einen Hochwasserdamm an ihrem Ufer der Leiblach ohne Genehmigung errichtet, um sich vor weiteren Überschwemmungen zu schützen. Was in den Augen des Hörbranzer Bürgermeisters Helmut Reichart eine Art Notwehr war, schuf auf der deutschen Seite Probleme. Wegen des Dammes trat die Leiblach vor allem im Bereich Gasthof Waldschenke über die Ufer, zudem konnte der Hangnacher Bach nicht mehr in die Leiblach abfließen. Dies führte wiederum im Sigmarszeller Gebiet zu Überschwemmungen. 'Ich hätte wahrscheinlich ähnlich wie mein österreichischer Kollege gehandelt', gab Matzner in der Ratssitzung zu bedenken. Er sei nicht gegen einen Hochwasserdamm auf österreichischer Seite. Soll es nach Ansicht des Bürgermeisters gehen, so sind vergleichbare Gegenmaßnahmen auf deutscher Seite zu treffen. Gerne sähe Matzner einen Damm entlang des Leiblachufers, und nicht wie vom Wasserwirtschaftsamt vorgeschlagen, einen Damm, der nur um die Waldschenke führt. Durch diese Maßnahme und mit Einschnitten am Sannwald-Wehr in Hörbranz könne einem möglichen Hochwasser besser, sicherer und mit geringeren Kosten begegnet werden. Ein Damm direkt an der Leiblach ist nicht unproblematisch. Auf deutscher Seite befindet sich ein FFH-Schutzgebiet. Es ist laut Matzner zwar kartiert, aber noch nicht ausgewiesen. Die Zeit drängt. Einspruch gegen das österreichische Genehmigungsverfahren sei nur innerhalb von zwei Wochen möglich. Um die Frist zu wahren, hat Matzner eine vorläufige Berufung gegen den Hörbranzer Bescheid vorbehaltlich eines Gemeinderatsbeschlusses eingelegt. Dem hat der Gemeinderat einstimmig zugestimmt. Als Begründung dienen Beanstandungen bei Veränderungen des Hochwasserdammes, die in den früher eingereichten Planungen nicht, im jetzigen Bescheid dagegen enthalten seien. Für die Gemeinde Sigmarszell stellen sie sich in Form und Auswirkung unklar sowie möglicherweise als Verfahrensfehler dar. Offenbar sollen der Hochwasserdamm erweitert, die Straße angehoben und die Uferböschung angeglichen werden. Ferner ist es vorgesehen, dass Breschen für einen Fischaufstieg in das Sannwald-Wehr eingegliedert werden

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