Eingezäunte Partymeile

Marktoberdorf | hkw | Torkelnde Jugendliche, Scherben und Pöbeleien überschatteten den Gaudiwurm 2007. Solchen Auswüchsen wollen Fasnachter und Stadtverwaltung Marktoberdorf am Sonntag mit einem neuen Sicherheitskonzept vorbeugen, das sie mit Gastronomen, Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz erstellt haben. So sollen eine Absperrung und private Sicherheitskräfte dafür sorgen, dass sich der Umzug unbehelligt die Bahnhofstraße entlang schlängelt. Erstmals eingezäunt ist auch die so genannte Partymeile am Stadtplatz. Neu ist der im Hof der Buchhandlung Glas eingerichtete feste BRK-Rettungsstützpunkt.

'Wir wollen am Sonntag Spaß und Freude an traditioneller Fasnacht vermitteln', sagt Robert Tumler, technischer Leiter beim 42. Oberdorfer Gaudiwurm: 'Das ist nur möglich, wenn unser Umzug in geordneten Bahnen verläuft.' Gerade an der Bahnhofstraße kam es nicht nur zu Ausschreitungen und Rangeleien zwischen Jugendlichen. Laut Bürgermeister Werner Himmer fühlten sich auch die Zugteilnehmer durch angetrunkene, pöbelnde Zuschauer belästigt. 'Es gab kaum ein Durchkommen für den Zug', erinnert er sich. Er stellte mit Tumler und Fasnachter-Präsident Gottlieb Wölfle das Konzept vor. Private Sicherheitskräfte und ein halbhohes Absperrgitter am westlichen Straßenrand sollen nun garantieren, dass die Bahnhofstraße zwischen Bahnhof und Aldi für den Zug frei bleibt: Die Zuschauer sehen dort über das Gitter, können aber nicht auf die Straße. Bezahlt wird das Ganze von den Fasnachtern.

Kein Einlass für Alkoholisierte

Auswüchse aufgrund von zu viel Alkohol in der Partymeile am Stadtplatz wollen die Gastronomen ebenfalls mit Absperrungen vermeiden: Entlang der aufgestellten Bauzäune kontrollieren auch dort private Sicherheitskräfte die Zugänge bei der Frauenkapelle, an der Salz- und Eberle-Kögl-Straße. 'Es kommt keiner ‘rein, der Alkoholika mitbringt oder offensichtlich alkoholisiert ist', so Himmer.

Auch beim Vorjahresproblem der fehlenden Toiletten nimmt die Stadt die Gastronomen heuer stärker in die Pflicht: Laut Himmer muss am Sonntag jeder Standbetreiber mit 'vorübergehender Gaststättengenehmigung' WC-Wagen aufstellen. Auch hätten ihm die Gastronomen in der Innenstadt zugesichert, dass sie ihre Gäste-WCs für die Gaudiwurm-Besucher öffnen. Hinter der Raiffeisenbank haben die Oberdorfer Fasnachter zudem einen zusätzlichen WC-Wagen aufgestellt, berichtet Fasnachter-Präsident Wölfle. Daneben stünden den Gaudiwurm-Besuchern die städtischen Toiletten im Rathaus und beim Gesundheitsamt zur Verfügung.

Als wichtige Neuerung sieht Wölfle den Rettungsstützpunkt an. Dort können, koordiniert von Polizei und Feuerwehr, 'Alkoholleichen' und Verletzte erstversorgt werden. Dadurch würden Auflauf und Unruhe durch unnötige Sanka-Fahrten vermieden. Der Rettungsweg verläuft von Kemptener und Carl-Maria-von-Weber-Straße über Hohenelber und Franz-Schmid-Straße zum Krankenhaus. Er kreuzt nur einmal (an der Meichelbeckstraße) den Zug. 'Damit der Rettungsweg frei bleibt, gilt auf der ganzen Strecke ein einseitiges, absolutes Halteverbot', so Himmer.

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