Einfache und alte Technik, die begeistert

In Röthenbach haben sich die 'Oldtimer-Freunde Westallgäu' zu einem Verein zusammengetan Von Benjamin Schwärzler Röthenbac. Es gibt Menschen, die sammeln Briefmarken. Andere horten CDs, Postkarten, Fanartikel des FC Bayern München. Oder eben Traktoren. Hans Manka und Leo Dieterle aus Röthenbach haben es die alten Fahrzeuge angetan. Deshalb haben sie den Verein 'Oldtimer-Freunde Westallgäu' ins Leben gerufen. 'Die Technik vergangener Jahre gerät viel zu leicht in Vergessenheit. Das Bewusstsein wollen wir an die nächsten Generationen weitergeben', erklärt Vereinsvorsitzender Manka seine Motivation. Vor rund zehn Jahren haben sich die zwei Röthenbacher zusammen mit Gleichgesinnten zum Freundeskreis 'Oldtimer-Traktor-Freunde Westallgäu' zusammengeschlossen. Die insgesamt 15 Mitglieder haben nicht nur Ausflüge gemacht und gefachsimpelt, sondern auch drei Oldtimer-Treffen in Röthenbach organisiert. Das letzte war 1999 im Rahmen des 175-jährigen Bestehens des Schützenvereins. Insgesamt waren 350 Fahrzeuge dabei: Autos, Motorräder und Traktoren. 'Alles querbeet', sagt der 54-jährige Manka. Da der Freundeskreis allerdings keine eigenen Feste ausrichten durfte, so Manka, habe man sich entschlossen, einen Verein zu gründen. Obwohl die Gründungsmitglieder vornehmlich Traktoren sammeln, ist der Verein für Liebhaber und Besitzer sämtlicher alter Fahrzeuge offen. Einzige Voraussetzung zum Beitritt: Die Autos, Zweiräder oder Zugmaschinen müssen mindestens 45 Jahre alt sein. Der Andrang ist groß: Mittlerweile zählt der Verein 45 Mitglieder - vom Frisör bis zum Architekt oder Lehrer. Auch solche, die technisch nicht sonderlich geschult sind.

Für Manka ist das kein Problem: 'Denen greifen wir selbstverständlich unter die Arme, wenn es um Pflege und Wartung geht. So steht es in der Satzung', erläutert der Vorsitzende. Manka möchte vermehrt junge Leute ins Boot holen. Ihnen will er die Faszination für die einfache Technik aus der Landwirtschaft früherer Tage vermitteln. 'Damit sind wir aufgewachsen und die Region ist dadurch groß geworden. Die Technik war einfach, zuverlässig', erklärt der 66-jährige Dieterle. Er besitzt sieben alte Fahrzeuge, Manka sogar zwölf. Dessen Lieblingsexemplar ist ein roter Traktor der Marke 'Hanomag' aus dem Jahr 1964. 'Ein richtig uriges Fahrzeug. Es hat unheimlich Kraft und ist relativ schnell. Damals war er einer der stärksten Traktoren überhaupt', sagt Manka. Der Wert solcher Fahrzeuge lasse sich schlecht ermitteln. Zwischen 300 und 500 Arbeitsstunden stecken in jedem Oldtimer, schätzt Dieterle. Zudem sei der ideelle Wert oft weitaus höher anzusetzen als der materielle. So hat Manka beispielsweise den Originaltraktor ausfindig gemacht, mit dem seine Frau als 14-jähriges Mädchen den Hof versorgen musste und ihn zurückgekauft. Ob nun Fahrzeuge, Maschinen, Fotos, Plaketten oder sonstige Seltenheiten - die 'Oldtimer-Freunde' hätten genug Material, um ein kleines Museum damit zu füllen. Allerdings finden sie keine passende Halle. 'Wir bekommen leider keine Unterstützung von öffentlichen Stellen', beklagt Dieterle die Probleme bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung. Bislang sind die verschiedenen Fahrzeuge in der Umgebung bei befreundeten Landwirten in Scheunen verteilt. Nähere Informationen über den Verein 'Oldtimer-Freunde Westallgäu' bei Hans Manka, Telefon (08384) 1264, und Leo Dieterle, (08384) 1017.

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