Niederrieden / Fellheim
«Einer verdient, über 7000 leiden»

Die «Bürgerinitiative Illertalschutz» ist nach wie vor strikt gegen einen Kiesabbau im Bereich der Niederriedener Flur und auch gegen das geplante Gewerbegebiet, das an der B300 in Richtung Heimertingen entstehen soll.

Im Hinblick auf den geplanten Kiesabbau dränge die Zeit. Im Januar wolle die Regierung von Schwaben eine Entscheidung treffen. Die Frist zur Abgabe von Stellungnahmen laufe Anfang Dezember aus. «Wir werden uns mit aller Macht gegen den Raubbau an der Natur, an unserem Grundwasser und auch gegen die Zerstörung unserer schönen und landwirtschaftlich wertvollen Grün- und Ackerflächen wehren», betonte nun Zweiter Vorsitzender Rolf Wittenborn.

Um in der Sache weiter voranzukommen, setzt die Bürgerinitiative auf öffentlichen und politischen Druck. Die Mitgliederzahl der Bürgerinitiative ist mittlerweile auf mehr als 500 Personen angewachsen. «In die Unterschriftslisten gegen den Kiesabbau haben sich bereits mehr als 3000 Bürger eingetragen», fügte Albert Schaaff an.

Doch die Bürgerinitiative weiß nach eigenen Angaben nicht nur einen Großteil der Einwohnerschaft der Verwaltungsgemeinschaft Boos hinter sich, auch der Bund Naturschutz und der Bayerische Bauernverband hätten sich gegen den geplanten Kiesabbau ausgesprochen.

Auf politischem Wege setzt die Bürgerinitiative auf einen Runden Tisch. Dazu will der Vorstand die Vertreter der Regierung von Schwaben, den Landrat und die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden einladen. Außerdem hat die Bürgerinitiative eine Petition gegen den Kiesabbau beim Bayerischen Landtag eingereicht. «Sollte der Kiesabbau genehmigt werden, hätte das die vollkommene Zerstörung der Landschaft zwischen Heimertingen, Niederrieden, Boos und Fellheim zur Folge», erläuterte Rolf Wittenborn.

Darüber hinaus würde auf die Bewohner der umliegenden Gemeinden eine «unzumutbar hohe Belastung durch Kieslaster-Verkehr, Lärm und Staub zukommen». Die Zerstörung der Landschaft und der Ressourcen sei umso schlimmer, da zum jetzigen Zeitpunkt in der Region für weit über 35 Jahre im Voraus gesicherte und genehmigte Kiesabbauflächen vorhanden seien.

«Eine Vielzahl von Kiesgruben unter zehn Hektar in unmittelbarer Nähe unserer Gemeinden sind da gar nicht mitgezählt», ergänzte Albert Schaaff. Die Regierung von Schwaben habe bei der Ausweisung des Kiesabbaugebietes einen Abwägungsspielraum, den es zum Wohle der Bürgerschaft und nicht zum Vorteil eines einzigen Antragstellers zu nutzen gelte.

«An dem Kiesabbau verdient nur einer, aber mehr als 7000 Bürger in der VG Boos haben darunter zu leiden», meinte Rolf Wittenborn abschließend.

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