Buchloe
Eine Stadt im Zeichen des Fischs

Keine Frage, Buchloe ist nicht Hamburg. Die Hansestadt hat fast 150-mal so viele Einwohner wie der Ort an der Gennach. Das Meer ist weit, Matrosen gibt es nur im Fasching und statt eines Fischmarktes mit fliegenden Aalen und Barschen gibt es nur einen Wochenmarkt, jeden Samstag am Immlepark. Andererseits: Buchloe könnte es schon mit der ein oder anderen Hafenstadt aufnehmen: Es gibt den Uferweg in der Stadtmitte und einen Fischerweg im Ortsteil Lindenberg. Es gibt einen fahrenden Händler, der allwöchentlich frischen Fisch in allen Variationen anbietet. Ja, Buchloe ist nicht nur das Tor zum Allgäu und Eisenbahn-Drehscheibe. Der Buchloer Fisch lebt, wie nachfolgende Beispiele beweisen.

l Herr und Frau Fisch(er) Unter dem Nachnamen «Fisch» ist im Telefonbuch kein einziger Eintrag zu finden. Nicht in Buchloe, nicht in Jengen, Lamerdingen oder Waal. Einen einzigen Herrn namens Fischl gibt es in Waal. Aber vielleicht liegt es daran, dass es in der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe geradezu von Fischern wimmelt: 63 Personen und Paare, die auf den Namen Fischer hören, sind im Telefonverzeichnis aufgelistet.

l Schwarzfischer Sie sind für Polizei und Fischereiverein ein großes Ärgernis. Ehrenamtliche Fischereiaufseher kontrollieren zwar die hiesigen Gewässer wie Gennach, Singold und einige Seen. Manchen unerlaubten Fang gibt es trotzdem. Wer ohne Schein erwischt wird, bekommt eine Anzeige.

Doch ganz so ernst nimmt das Franz Hanslbauer, Vorsitzender des hiesigen Fischereivereins, nicht: «Jedes Kind hat wohl irgendwann schon einmal mit Stecken und Schnur schwarz gefischt.»

l Die Aquarienfreunde Es gibt Menschen, die finden es spannend, vor dem Aquarium zu sitzen und die Fische darin beim Fressen, Laichen und in ihrem Revierverhalten zu beobachten.

Sie haben sich im Jahr 1954 in Buchloe zum Verein Aquarien- und Terrarienfreunde Rasbora zusammengetan. Die Aquarien der Mitglieder fassen zwischen 60 und 2000 Liter Wasser. Und darin badet sich dann so manche kostbare Seltenheit. Zum Beispiel Schokoladenguramis oder Schwarzbandkärpflinge.

l Steckerlfisch Er wird über Holzkohlefeuer gegart und ist besonders im oberbayerischen Alpenraum ein Renner. Aber auch in Buchloe. Beim Stadtfest etwa. Wer eher auf gehobener Fischküche abfährt, dem stehen am heutigen Aschermittwoch viele Möglichkeiten offen: Gasthöfe und Restaurants bieten traditionell zum Beginn der Fastenzeit Fischgerichte an. Ob Meer- oder Süßwasserfisch - die Kreativität und der Einfallsreichtum der Gastronomie sind groß.

l Fischereiverein Fischen ist mehr, als nur die Angel ins Wasser zu halten und zu warten, bis ein Fisch anbeißt. Davon können die Mitglieder des Fischereivereins Buchloe ein Lied singen. Recht haben sie, die Jünger Petris. 212 sind es in der Gennachstadt als Mitglieder des Vereins, dazu etliche Angler mit Gästekarte.

Die Hege der Gewässer, die Aufrechterhaltung der Artenvielfalt und auch der Schutz der Umwelt zählen ebenfalls zu den Aufgaben des Vereins. Geangelt wird natürlich trotzdem - in den Baggerseen am Stadtrand, in der Gennach von Jengen bis Lamerdingen und im Schorenbach.

l Matjes und Kabeljau Eigentlich wohnt Roman Kulbida in Wortelstetten. Das liegt in Nordschwaben und das nächste größere Gewässer ist weit. Dennoch versorgt er die Buchloer Woche für Woche mit frischem Fisch. Von Bismarckhering bis Kabeljau, von Matjes bis Regenbogenforelle, von Seelachs bis Zander. Mit seinem Marktwagen, dem Bremer Fischhandel, bringt er wenigstens mittwochs regelmäßig ein wenig hanseatisches Flair ins Ostallgäu.

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